Datum25.04.2026 17:39
Quellewww.spiegel.de
TLDREine geleakte Pentagon-Korrespondenz deutet an, dass die USA ihre Unterstützung für den britischen Anspruch auf die Falklandinseln überdenken könnten. Grund dafür ist laut interner E-Mails der Frust über mangelnde Unterstützung von Nato-Partnern, einschließlich Zugangs- und Überflugrechten. Großbritannien hat umgehend seinen Anspruch bekräftigt, während Argentinien neue Verhandlungen fordert. Die Bewohner der Inseln sprachen sich 2013 mehrheitlich für Großbritannien aus.
InhaltCharles III. wird kommende Woche auf Donald Trump treffen. Gut möglich, dass der britische König dann mit ihm auch über "imperiale Besitztümer" wie die Falklandinseln redet. Der Grund: eine geleakte Pentagon-Korrespondenz. Die US-Regierung prüft einem Insider zufolge Strafmaßnahmen gegen Nato-Partner, die den Krieg gegen Iran nach Ansicht Washingtons nicht ausreichend unterstützen. In einer internen E-Mail des US-Verteidigungsministeriums würden Optionen skizziert, unter anderem sei von einer Überprüfung der US-Haltung zum britischen Anspruch auf die Falklandinseln die Rede. Das Schreiben drücke den Frust darüber aus, dass einige Partner den USA Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte verweigerten. Diese seien jedoch "die absolute Basis für die Nato", heiße es in der Mail. Die skizzierten Maßnahmen zielten unter anderem darauf ab, "schwierige" Länder von wichtigen oder prestigeträchtigen Positionen innerhalb der Nato auszuschließen. Mit Blick auf Großbritannien wird in dem Schreiben erwogen, die diplomatische Unterstützung für langjährige europäische "imperiale Besitztümer" wie die Falklandinseln zu überdenken. In Großbritannien hat man, wenige Tage vor der Reise Charles III. in die USA, verärgert auf die durchgestochene Korrespondenz reagiert. Ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer bekräftigte umgehend den Anspruch auf die Falklandinseln. Der mit Donald Trump verbündete argentinische Präsident Javier Milei rief hingegen umgehend zu neuen bilateralen Verhandlungen auf. Der geografische und historische Überblick: 2013 hatten sich die Bewohner der Inseln mit großer Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen.