Datum25.04.2026 17:11
Quellewww.zeit.de
TLDRDutzende motorisierte Torfkahn-Nachbauten fuhren nach Bremen, um an die mühsame Arbeit der Moorbauern zu erinnern, die früher Torf als Heizmaterial in die Stadt transportierten. Die historische Flotte, die alle drei Jahre stattfindet, folgte alten Wasserwegen aus Worpswede und erreichte nach neun Stunden den Torfhafen in Findorff. Am Sonntag treten die Kähne ihren Rückweg an und zeigen die historische Verbindung zwischen Moor und Hansestadt, die mit der Einführung von Bahnlinien und Kohle im 20. Jahrhundert endete.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Historische Flotte“. Lesen Sie jetzt „Dutzende Torfkähne auf historischer Fahrt“. Es ist ein Bild wie aus einer anderen Zeit: Dutzende Torfkähne haben Kurs auf Bremen genommen. Die historische Flotte erinnert an die mühsame Arbeit der Moorbauern, die so früher Torf in die Stadt transportierten. Die Kähne legten morgens im Hafen des Künstlerdorfs Worpswede ab und folgten den alten Wasserwegen der Flüsse Hamme und Wümme. Heutzutage sind die detailgetreuen Nachbauten zwar motorisiert, doch die braunen Segel werden nach Möglichkeit immer noch gehisst. Nach rund neun Stunden Fahrt erreichten sie ihr Ziel im Torfhafen im Bremer Stadtteil Findorff. Wer das Schauspiel verpasst hat, kann die Torfkähne am Sonntag vom Ufer aus beobachten. Dann tritt die Flotte ihren Rückweg Richtung Teufelsmoor an. Die historische Torfkahnarmada findet alle drei Jahre statt und erinnert an die Verbindung zwischen den Moorbauern und der Hansestadt. Über Jahrhunderte beluden die Bauern aus dem Teufelsmoor ihre flachen Kähne mühsam mit Torf, um ihre Kunden mit Heizmaterial zu beliefern. Ihr Leben war von harter körperlicher Arbeit, dem Wetter und den Jahreszeiten bestimmt. Je nach Wind konnte die Fahrt nach Bremen bis zu drei Tage dauern. Auf dem Rückweg waren die Kähne mit Waren aus der Stadt beladen – etwa mit Salz, Werkzeug oder Zeitungen. Die Ära der Torfschifffahrt endete im 20. Jahrhundert mit neuen Bahnlinien und billigerer Kohle. © dpa-infocom, dpa:260425-930-992931/1