Datum25.04.2026 16:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRSachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußert sich besorgt über Deutschlands wirtschaftlichen Kurs und warnt vor einer "Abwärtsspirale". Er fordert konkrete Verbesserungen im Alltag der Bürger und verweist auf das positive Wirtschaftswachstum Polens als mögliches Vorbild. Kretschmer kritisiert die deutsche Energiepolitik als zu teuer und bedroht die Industrie. Zudem sieht er Handlungsbedarf bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber, um die aktuelle Entwicklung zu stoppen.
InhaltSachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigt sich besorgt um den Wirtschaftsstandort. In einem Interview fordert er Korrekturen bei Strompreis und Flüchtlingspolitik. Sonst drohe eine "Abwärtsspirale". Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht Deutschland in einer Abwärtsspirale, "die im Desaster enden kann". "Deutschland fährt sich gerade runter", sagte der CDU-Vize der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Bisher sei es nicht gelungen, dem Land einen positiven Ruck zu geben. Es müssten endlich Verbesserungen her, die die Bevölkerung im täglichen Leben spüre. Aus Kretschmers Sicht sollte sich Deutschland ein Beispiel am polnischen Nachbarn nehmen. "Polen hat bis über drei Prozent Wachstum, und wir sind in der Rezession", sagte er. "Also müssen wir schauen: Was sind deren Energiekosten, was sind deren Arbeitskosten? Wie viele Stunden arbeitet man? Und daraus die Konsequenzen ziehen." In der Energie- und Klimapolitik führe der deutsche Weg durch ein "Tal des Todes", warnte Sachsens Regierungschef. "Die deutsche Industrie wird auf diesem Weg nicht überleben. Und darum darf Strom kein teures knappes Gut sein." Er verwies darauf, dass etwa Strom aus Braunkohle durch die CO₂-Abgabe verteuert werde. "Das könnte man ändern." Preisliche Wettbewerbsfähigkeit sei das A und O. Weiteren Handlungsbedarf sehe er auch in der Flüchtlingspolitik. Hier sei es zwar gelungen, den Zuzug zu verringern. Die Rückführung abgelehnter Asylsuchender komme aber nicht in gleichem Maße voran. "Bis man also im Stadtbild sieht, dass sich die Sachen wirklich geändert haben, wird es noch eine Weile dauern", sagte Kretschmer.