US-Armee im Ostpazifik: US-Militär greift erneut mutmaßliches Drogenboot an

Datum25.04.2026 07:10

Quellewww.zeit.de

TLDRDas US-Militär hat zwei mutmaßliche "Narko-Terroristen" bei einem Angriff auf ein Boot im Ostpazifik getötet. Das Boot soll auf einer Drogenschmuggelroute von "Terrororganisationen" genutzt worden sein. Seit September 2023 wurden bei ähnlichen US-Angriffen im Pazifik und der Karibik über 170 Menschen getötet. Kritiker, darunter Menschenrechtsorganisationen und die UN, bezweifeln die Legitimität und Beweislage der Angriffe, während die US-Regierung sie als Teil eines "bewaffneten Konflikts" rechtfertigt.

InhaltDas US-Militär meldet zwei Tote bei einem Angriff auf ein angebliches Drogenboot im Ostpazifik. Bei solchen Attacken sind inzwischen mehr als 170 Menschen getötet worden. Die US-Armee hat nach eigenen Angaben bei einem erneuten Angriff auf ein mutmaßliches Drogenboot zwei Menschen getötet. Das ⁠zuständige US-Regionalkommando Southern Command teilte auf X mit, dass sich der Einsatz am Freitag (Ortszeit) im Ostpazifik gegen ein Boot gerichtet habe, das von "Terrororganisationen" genutzt worden sei.  Laut Geheimdienstinformationen sei es auf bekannten Drogenschmuggelrouten unterwegs und am Drogenschmuggel beteiligt gewesen. US-Einsatzkräfte seien nicht zu Schaden gekommen. Das Militär veröffentlichte zudem ein kurzes Video, das die Explosion eines Bootes zeigt. "Zwei männliche Narko-Terroristen sind bei der Aktion getötet worden", teilte das Kommando mit.  Seit September vergangenen Jahres haben die USA mehrere Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in Drogenhandel verwickelt waren. Bislang sind bei solchen Angriffen des US-Militärs mehr als 170 Menschen getötet worden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump rechtfertigt ihr Vorgehen damit, dass sie sich in einem "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen in Lateinamerika befinde. Sie hat jedoch nie eindeutige Beweise dafür vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden und Angehörigen Fischer. ‌Menschenrechtsorganisationen, Vertreter der Vereinten Nationen und weitere Experten bezweifeln die ​Rechtmäßigkeit des Vorgehens. So stufen die Organisationen Human Rights ⁠Watch und ​Amnesty International die ‌Angriffe als illegale außergerichtliche Hinrichtungen ein. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.