Amoklauf mit acht Toten: OpenAI-Chef Sam Altman entschuldigt sich nach Schulmassaker in Kanada

Datum25.04.2026 07:08

Quellewww.spiegel.de

TLDROpenAI-Chef Sam Altman entschuldigte sich bei den Bewohnern von Tumbler Ridge für das Versäumnis, Sicherheitsbehörden zu informieren. Ein Account der mutmaßlichen Amokläuferin wurde wegen Gewaltfantasien gesperrt, aber nicht gemeldet. Die 18-Jährige tötete später acht Menschen, darunter sechs an einer Schule. Altman versicherte, dass OpenAI nach Verhinderung zukünftiger Tragödien strebe. Die Polizei war über die psychischen Probleme der Verdächtigen informiert.

InhaltWegen Gewaltfantasien sperrt der ChatGPT-Betreiber eine Frau aus – alarmiert aber die Behörden nicht. Später soll die 18-Jährige in Kanada acht Menschen getötet haben. Nun schreibt Sam Altman an die Bewohner von Tumbler Ridge. Zweieinhalb Monate nach den tödlichen Schüssen an einer Schule in Kanada hat sich OpenAI-Chef Sam Altman dafür entschuldigt, dass der ChatGPT-Betreiber Sicherheitsbehörden nicht über verdächtige KI-Chats der mutmaßlichen späteren Täterin unterrichtet hatte. "Das tut mir zutiefst leid", schrieb Altman in einem Brief an die Bewohner der Stadt Tumbler Ridge. Die 18-jährige Tatverdächtige soll am 10. Februar im westkanadischen Ort Tumbler Ridge acht Menschen getötet haben, sechs davon in einer Schule. Unter den Opfern waren Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft sowie die Mutter und der Stiefbruder der mutmaßlichen Schützin, die sich anschließend selbst tötete. OpenAI hatte einen Account der mutmaßlichen Täterin im vergangenen Juni gesperrt, nachdem automatisierten Überwachungssystemen in den Unterhaltungen von ihr entworfene Szenarien mit Waffengewalt aufgefallen waren. Das Unternehmen hielt jedoch einen Hinweis an die Behörden nicht für nötig. Nach der Tat entdeckte OpenAI einen weiteren ChatGPT-Account der mutmaßlichen Schützin. Altman versicherte in dem Brief, dass OpenAI Wege finden wolle, "solche Tragödien" in der Zukunft zu verhindern. Das Schreiben wurde von der örtlichen Nachrichten-Webseite "Tumbler RidgeLines" veröffentlicht; OpenAI bestätigte die Echtheit des Dokuments. Laut Polizei war bekannt, dass die Verdächtige psychische Probleme hatte. Nach Angaben der Ermittler war sie bei der Geburt als männlich registriert worden. Die Transition zur Frau habe Jahre vor der Tat begonnen, hieß es kurz nach den tödlichen Schüssen. Die Ortschaft Tumbler Ridge liegt im Westen Kanadas, rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver. Offiziellen Angaben zufolge leben in der Gemeinde etwa 2700 Menschen. Laut kanadischen Medien handelt es sich um den Vorfall mit den meisten Opfern an einer Ausbildungsstätte seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Die Tat von Tumbler Ridge traf Kanada in einer politisch sensiblen Zeit. Wie der Amoklauf Kanada verändert hat, lesen Sie hier .