Datum25.04.2026 05:57
Quellewww.zeit.de
TLDREine ZEIT-Recherche enthüllt den rechtsextremen Jugendbund Jungadler, der seit über einem Jahrzehnt im Verborgenen Kinder aus Neonazi-Milieus auf "Führerschulen" schult. Sicherheitsbehörden bestätigen Kenntnis, aber nicht das Ausmaß. Spuren führen zur AfD-Fraktion im Bundestag. Parallel dazu wurde ein US-Soldat wegen Insiderwetten auf Basis geheimer Informationen angeklagt, was unter Donald Trump als blühender Phänomen im Wirtschaftsleben betrachtet wird.
InhaltEine ZEIT-Recherche gibt Einblicke in den rechtsextremen Jugendbund Jungadler. Wie weit reicht sein Netzwerk? Und: Unter Donald Trump haben Insiderwetten Konjunktur. Nach Recherchen der ZEIT soll sich seit mehr als einem Jahrzehnt eine rechtsextreme Gruppe namens Jungadler weitgehend im Verborgenen bewegen. Die Gruppe veranstaltet Lager und Fahrten, organisiert Schulungen an sogenannten "Führerschulen" und richtet sich an Kinder und Jugendliche aus Neonazi-Milieus, ohne dabei öffentlich in Erscheinung zu treten oder um neue Mitglieder zu werben. Die Sicherheitsbehörden halten sich bedeckt. Der Verfassungsschutz bestätigt lediglich, die Organisation sei bekannt. Die ZEIT hat über ein Jahr im Umfeld der Gruppe recherchiert und dabei unter anderem Reiseberichte, Fotobücher und interne Unterlagen ausgewertet, die erstmals tiefere Einblicke in das Netzwerk erlauben. Spuren führen bis in den Bundestag hinein, in die Fraktion der AfD. Luisa Hommerich, Redakteurin im Investigativressort der ZEIT, gibt im Podcast Einblicke in die Recherche. Ein US-Soldat soll vertrauliche Informationen für eine lukrative Onlinewette genutzt haben. Der US-Soldat wurde angeklagt, weil er auf der Prognoseplattform Polymarket auf einen Einsatz der USA in Venezuela gewettet haben soll. Er selbst soll vorher Teil der militärischen Planungen gewesen sein. Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft in New York werden dem 38-Jährigen nun unter anderem die unrechtmäßige Nutzung vertraulicher Regierungsinformationen zum persönlichen Vorteil, der Diebstahl nicht öffentlicher Regierungsinformationen, Rohstoffbetrug, Überweisungsbetrug sowie unzulässige Geldtransaktionen vorgeworfen. Ihm drohen mehrere Jahre Haft. Ingo Malcher, Redakteur im Wirtschaftsressort der ZEIT, ordnet den Fall ein und schildert, warum es kein Zufall ist, dass unter Donald Trumps zweiter Präsidentschaft der Insiderhandel an vielen Stellen floriert. Und sonst so? Wie viel Warnhinweis braucht das Fischbrötchen? Moderation und Produktion: Fabian Scheler Redaktion: Elise Landschek Mitarbeit: Konstantin Hadži-Vuković, Sophia Boddenberg Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.