Datum25.04.2026 05:50
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer US-kuwaitische Journalist Ahmed Shihab-Eldin ist nach 52 Tagen Haft in Kuwait freigelassen worden. Er war nach der Verbreitung eines Videos von einem abgestürzten US-Kampfjet und angeblicher Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen worden. Mehrere Länder, darunter auch die USA, haben im Kontext des Irankriegs Medienberichte eingeschränkt. Die Anklagepunkte gegen Shihab-Eldin wurden fallen gelassen.
InhaltEr hatte ein Video von einem abgestürzten US-Kampfjet verbreitet – daraufhin wurde der Journalist in Kuwait festgenommen. Ein Vorwurf lautete: Gefährdung der nationalen Sicherheit. Nun ist Ahmed Shihab-Eldin freigekommen. Nach wochenlanger Haft wegen seiner Berichterstattung über den Irankrieg ist ein US-kuwaitischer Journalist freigelassen worden. Ahmed Shihab-Eldin, der unter anderem für die "New York Times", die US-Sendergruppe PBS und das englischsprachige Programm des katarischen Nachrichtensenders Al Jazeera berichtet, sei "sicher aus Kuwait abgereist", sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Freitag (Ortszeit). Shibab-Eldin war während eines Besuchs bei seiner Familie in Kuwait am 3. März wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen und Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen worden – mehr dazu hier. Während seiner Haft habe das State Department zu ihm Kontakt gehalten und ihm konsularische Unterstützung geleistet, erklärte der US-Beamte. Die Organisation Committee to Protect Journalists hatte am Donnerstag erklärt, nach 52 Tagen Haft seien alle Anklagepunkte gegen Shibab-Eldin fallen gelassen worden. Eine der letzten Online-Posts von Shibab-Eldin vor seiner Festnahme hatte ein Video mit Ortungsdaten von einem US-Kampfjet gezeigt, der in der Nähe eines US-Stützpunktes in Kuwait abgestürzt war. Wegen der Veröffentlichung von Bildern von Angriffen im Zuge des Irankriegs waren in der Golfregion Hunderte Menschen festgenommen worden. Generelle Beschränkungen von Medienberichten in Kriegszeiten sind auch in anderen Ländern üblich – etwa in Israel. In den USA wurden sie zumindest diskutiert, etwa wenn die Berichte dem eigenen Militär schaden könnten. Das US-Unternehmen Planet Labs stellte Anfang April die Veröffentlichung von Satellitenfotos aus der Konfliktregion im Nahen Osten auf unbestimmte Zeit ein. Hintergrund war eine entsprechende Aufforderung der US-Regierung. Mitte März hatte die amerikanische Medienaufsicht FCC US-Sendern wegen ihrer Iranberichte mit sogar Lizenzentzug gedroht. Die Medienhäuser müssten "im öffentlichen Interesse" handeln, erklärte FCC-Chef Brendan Carr. Sie könnten demnach ihre Lizenzen verlieren, "wenn sie dies nicht tun" – mehr dazu hier. Der Irankrieg hatte am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels begonnen. Iran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Zudem griffen proiranische Milizen "feindliche Stützpunkte" im Irak und anderen Ländern der Region an. Am Dienstag verlängerte US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe mit Iran für unbestimmte Zeit.