Pistorius will Minensucher vorsorglich ins Mittelmeer verlegen

Datum25.04.2026 02:07

Quellewww.spiegel.de

TLDRDeutschland erwägt eine Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen. Verteidigungsminister Pistorius plant die vorsorgliche Verlegung deutscher Minensucher und eines Begleitschiffes ins Mittelmeer, um im Falle eines Bundestagsmandats schnell einsatzbereit zu sein. Ein Einsatz hängt vom Ende der Kriegshandlungen und einem Mandat ab. Die Blockade der strategisch wichtigen Route belastet die Weltwirtschaft und könnte durch die EU-Mission "Aspides" oder ein Uno-Mandat juristisch abgesichert werden.

InhaltDeutschland möchte nach Kriegsende bei der Sicherung der Straße von Hormus helfen. Der Verteidigungsminister will nun Einheiten ins Mittelmeer schicken. Das Kalkül: schnell vor Ort zu sein, wenn die Minenräumung beginnt. Zur Vorbereitung eines möglichen Einsatzes in der Straße von Hormus hat Verteidigungsminister Boris Pistorius angekündigt, deutsche Marineeinheiten ins Mittelmeer zu verlegen. "Wir werden einen Minensucher ins Mittelmeer verlegen und ihm ein Führungs- und Versorgungsschiff zur Seite stellen", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post". Wann genau sie aufbrechen sollen, sagte er nicht. Infolge des Irankriegs ist die Straße von Hormus derzeit blockiert. Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine wichtige Schifffahrtsroute für den Ölhandel – die Blockade belastet daher die Weltwirtschaft. Pistorius betonte, Voraussetzung für einen Einsatz sei zunächst ein Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit Iran. Zudem erinnerte er daran, dass ein solcher Einsatz nur mit einem Mandat des Bundestags möglich ist. "Um Zeit zu sparen, haben wir uns entschieden, einen Teil der deutschen Einheiten frühzeitig ins Mittelmeer zu verlegen, um dann – nach Mandatsbeschluss – keine weitere Zeit zu verlieren." Merz hatte Minenjagdboote angeboten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte angeboten, dass Deutschland sich an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus beteiligen könnte. Vor gut einer Woche hieß es aus Regierungskreisen, dass die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Luftaufklärung bereitstellen könnte. "Unsere Marine ist richtig gut darin, Minen aufzuspüren und zu räumen", sagte Pistorius. "Das könnten wir leisten, um in der Meerenge von Hormus zu einer freien und sicheren Schifffahrt und Navigation beizutragen." Damit man dort unterstützen könne, "werden wir das Engagement an anderer Stelle temporär sinnvoll und mit den Partnern abgestimmt reduzieren". Lesen Sie hier, was die Minenjagdboote der Bundeswehr können  Mit Blick auf die Rechtsgrundlage für einen solchen Einsatz nannte Pistorius es eine "angemessene und denkbare Option", das EU-Mandat für die Marinemission "Aspides" im Roten Meer zu erweitern. "Ein Uno-Mandat wäre sicher besser, ist aber im Augenblick nicht wahrscheinlich." Hormus-Blockade belastet die Weltwirtschaft Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen vor. Derzeit laufen diplomatische Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts. Für den Fall eines Scheiterns haben die USA und Israel weitere Angriffe auf Iran angedroht. Die Deutsche Marine verfügt über zehn Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse, die in Kiel stationiert sind. Die Boote sind mit Drohnen ausgerüstet, die Minen auf verschiedene Arten orten können. Anschließend können Minentaucher die Sprengkörper unschädlich machen.