Datum25.04.2026 00:09
Quellewww.zeit.de
TLDRDie WHO hat erstmals ein Malaria-Medikament für Babys freigegeben, das spezifisch auf Frühgeborene und Kleinkinder unter fünf Kilogramm abgestimmt ist. Diese Zulassung erleichtert Ländern ohne eigene Prüfkapazitäten den Zugang und ermöglicht UN-Organisationen den Einkauf. Jährlich werden Millionen Babys in Malariagebieten geboren, von denen viele bisher unterdosiert behandelt wurden. Kinder unter fünf Jahren stellen eine hohe Zahl der Malaria-Todesfälle dar, wobei Afrika am stärksten betroffen ist. Die Finanzierung von Impfkampagnen ist angesichts sinkender Entwicklungshilfe eine Herausforderung.
InhaltDie WHO hat ein Medikament für Babys und Neugeborene für sicher befunden. Nun können Länder das Medikament zulassen, die selbst keine Kapazitäten für eine Prüfung haben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erstmals ein Malaria-Medikament für Babys geprüft und als sicher und wirksam eingestuft. Diese Version des Kombinationspräparats Artemether-Lumefantrin sei spezifisch auf Neugeborene und Babys bis zu fünf Kilogramm Gewicht abgestimmt, berichtete die WHO in Genf zum Weltmalariatag (25. April). Das Medikament könne dazu beitragen, eine Versorgungslücke bei den rund 30 Millionen Babys zu schließen, die jedes Jahr in den Malariagebieten in Afrika geboren werden. Viele waren bislang mit Medikamentendosen für ältere Kinder behandelt worden, mit dem Risiko von Nebenwirkungen. Die WHO empfiehlt für Babys und Erwachsene mit Insektiziden präparierte Moskitonetze, um Mückenstiche, die die Krankheit übertragen, von vornherein möglichst zu vermeiden. Das positive Prüfungsergebnis der WHO bedeutet, dass Länder das Medikament zulassen können, die selbst keine Kapazität für aufwendige Medikamentenprüfungen haben. Zudem können UN-Organisationen es einkaufen und – mit Zustimmung der Länder – in betroffenen Ländern einsetzen. Kinder unter fünf Jahren machten 75 Prozent der Todesfälle durch Malaria aus. 95 Prozent der Malariafälle werden aus Afrika gemeldet, ebenso 95 Prozent der Todesfälle. 2024 gab es 265 Millionen Erkrankungen und 579.000 Todesfälle. Seit einigen Jahren gibt es Impfstoffe, die Kleinkindern einen gewissen Schutz bieten. Zuletzt hatte die Impfstoffallianz Gavi gemeldet, dass seit 2024 in afrikanischen Ländern 50 Millionen Dosen Impfstoff verabreicht worden seien. Sie warnte jedoch davor, dass das Programm möglicherweise wegen Finanzierungsengpässen eingeschränkt werden müsse. Die USA, aber auch andere Länder wie Deutschland kürzen derzeit die Gelder für Entwicklungshilfe.