Datum25.04.2026 00:13
Quellewww.zeit.de
TLDRKambodscha hat angesichts des Grenzkonflikts mit Thailand ein neues Wehrpflichtgesetz verabschiedet. Männer zwischen 18 und 25 Jahren müssen zukünftig zwei Jahre Militärdienst leisten. Das Gesetz ersetzt eine nie umgesetzte Regelung von 2006, die den aktuellen Herausforderungen nicht mehr gerecht wird. Frauen können weiterhin freiwillig dienen. Die Maßnahme folgt auf tödliche Gefechte an der Grenze, bei denen zahlreiche Menschen umkamen und Hunderttausende vertrieben wurden.
InhaltDas Regierungskabinett in Kambodscha hat angesichts des Konfliktes mit Thailand ein Wehrpflichtgesetz gebilligt. Es sieht einen zweijährigen Dienst vor. Nach den tödlichen Grenzgefechten mit Thailand im vergangenen Jahr hat das kambodschanische Regierungskabinett ein neues Wehrpflichtgesetz beschlossen. Es sieht für Männer zwischen 18 und 25 Jahren einen zweijährigen Wehrdienst vor. Regierungssprecher Pen Bona zufolge ersetze das Gesetz eine frühere Regelung aus dem Jahr 2006, die nie umgesetzt worden sei und den heutigen und künftigen Herausforderungen nicht mehr gerecht werde. Das bisherige Gesetz sah ein Höchstalter von 30 Jahren für die Einberufung vor. Frauen sollen auch weiterhin freiwillig im Militär dienen können. Der Sprecher sagte, die Vorlage sei vergangenen Donnerstag bei einer Kabinettssitzung angenommen worden. Der Gesetzentwurf wird nun an die Nationalversammlung und den Senat weitergeleitet. Nach deren Zustimmung muss ihn noch König Norodom Sihamoni unterzeichnen, damit er in Kraft treten kann. In einer Regierungserklärung wurde der Militärdienst als wesentliche Pflicht und große Ehre beschrieben, durch die die kambodschanische Bevölkerung zur nationalen Entwicklung beitragen und das Vaterland verteidigen könne. Kambodscha und Thailand hatten im Dezember vergangenen Jahres eine Waffenruhe vereinbart. Zuvor war es zu Kämpfen an mehreren Stellen der etwa 800 Kilometer langen thailändisch-kambodschanischen Grenze gekommen. Nach Behördenangaben wurden dabei mehr als 40 Menschen getötet und über 900.000 vertrieben. Beide Seiten beschuldigten einander, die Zusammenstöße ausgelöst zu haben, und beriefen sich jeweils auf ihr Recht auf Selbstverteidigung. Der Konflikt beider Länder um Gebietsansprüche besteht seit Jahrzehnten. Bereits im Oktober 2025 hatten sich beide Seiten nach neuen Gefechten im Sommer und einer vereinbarten Feuerpause unter anderem auf den Abzug schwerer Waffen aus dem Grenzgebiet sowie gemeinsame Minenräumung verständigt.