WHO lässt erstes Malaria-Medikament für Babys zu

Datum24.04.2026 21:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie WHO hat erstmals ein speziell für Babys zugelassenes Malaria-Medikament genehmigt. Dieses angepasste Kombinationspräparat schließt eine Versorgungslücke bei Millionen Neugeborenen in Afrika. Bisher wurden Babys mit Medikamenten für ältere Kinder behandelt, was Risiken barg. Die WHO empfiehlt zudem Moskitonetze. Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet und machen einen Großteil der Malaria-Todesfälle aus. Die Zulassung erleichtert Ländern und UN-Organisationen die Beschaffung und Verteilung des Medikaments.

InhaltSchutz für die Jüngsten: Erstmals gibt es ein Medikament gegen Malaria, das auch für Babys geeignet ist. Bislang hatten sie aus der Not ein Präparat für Ältere bekommen. Babys können besser gegen Malaria geschützt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals ein Medikament für die Jüngsten geprüft und als sicher und wirksam erklärt. Diese Version des Kombinationspräparats Artemether-Lumefantrin sei spezifisch auf Neugeborene und Babys bis zu fünf Kilogramm Gewicht abgestimmt, berichtete die WHO  in Genf kurz vor dem Weltmalariatag am 25. April. Das Medikament könne dazu beitragen, eine Versorgungslücke bei den rund 30 Millionen Babys zu schließen, die jedes Jahr in den Malariagebieten in Afrika geboren werden. Viele waren bislang mit Medikamentendosen für ältere Kinder behandelt worden, mit dem Risiko von Nebenwirkungen. Die WHO empfiehlt für Babys und Erwachsene mit Insektiziden präparierte Moskitonetze, um Mückenstiche von vornherein möglichst zu vermeiden. Kinder unter fünf Jahren machten 75 Prozent der Todesfälle durch Malaria aus. 95 Prozent der Malariafälle werden aus Afrika gemeldet, ebenso 95 Prozent der Todesfälle. 2024 gab es 265 Millionen Erkrankungen und 579.000 Todesfälle. Seit einigen Jahren gibt es Impfstoffe, die den Jüngsten einen gewissen Schutz vor der durch Mücken übertragenen Krankheit bieten. Das grüne Licht der WHO bedeutet, dass Länder das Medikament zulassen können, die selbst keine Kapazität für aufwendige Medikamentenprüfungen haben. Zudem können Uno-Organisationen es einkaufen und mit Zustimmung der Länder in betroffenen Ländern einsetzen.