Datum24.04.2026 20:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRPhilip Rycroft, ehemaliger Leiter des britischen Brexit-Ministeriums, fordert nun einen Wiedereintritt Großbritanniens in die EU. Er argumentiert, dass die Versprechungen des Brexits, insbesondere bezüglich Wirtschaft und Handel mit den USA, nicht erfüllt wurden. Laut Rycroft hat der Brexit zu einem BIP-Rückgang geführt und die nationale Sicherheit sei angesichts globaler Krisen durch die Solidarität mit europäischen Nachbarn zu sichern. Er räumt ein, dass ein Wiedereintritt ein langer und schwieriger Weg wäre.
InhaltPhilip Rycroft leitete einst das britische Ministerium zum Austritt aus der Europäischen Union. Jetzt fordert er: Das Land sollte einen Wiedereintritt anstreben. Versprechungen seien nicht erfüllt worden. Das Vereinigte Königreich sollte sich für Gespräche über einen Wiedereintritt in die Europäische Union einsetzen. Jedenfalls, wenn es nach Philip Rycroft geht. Er leitete einige Jahre das für den Brexit zuständige Ministerium in London – und kennt sich demnach mit der Posse aus . Rycroft sagte, dass eine "nüchterne Einschätzung dessen, was im besten Interesse des Landes liegt", erforderlich sei, wie der "Guardian" berichtet . Und das sei eben mit einem Wiedereintritt in die EU zu beantworten. Dies könne aber, mahnt er, ein "langer und steiniger Weg" werden. Großbritannien war am 31. Januar 2020 ausgetreten. Die Versprechen der Brexit-Kampagne zu Themen wie Wirtschaft und Einwanderung seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben. "Das große Versprechen eines umfassenden Handelsabkommens mit den USA scheint nun ein unerreichbarer Traum zu sein", fügte Rycroft hinzu. Die meisten wirtschaftlichen Analysen würden zudem darauf hindeuten, dass das Land infolge des Austritts aus dem EU-Binnenmarkt einen erheblichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hinnehmen musste, wie Rycroft in der "Times" schrieb . "Die genauen Zahlen und die Auswirkungen auf unsere Exportleistung in die EU und darüber hinaus mögen umstritten sein", so der Beamte. "Aber niemand kann glaubhaft behaupten, dass wir infolge des Brexits in die sonnigen Höhen eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums vorgestoßen sind." Der Brexit hat die Briten ärmer gemacht. Lesen Sie hier mehr über die Bilanz nach dem Austritt. Was folgt, ist ein schon fast flammender Appell von Rycroft für Europa. "Die Nachkriegsgewissheiten, die unsere Sicherheit als Nation untermauerten, bröckeln sichtbar", schrieb er. Angesichts des russischen Angriffskrieges und einer sich zunehmend zurückziehenden USA stehe es außer Frage, "dass wir auf die Solidarität mit unseren Freunden und Nachbarn in Europa setzen müssen, um unsere Verteidigung zu sichern." Keir Starmer wollte das britische Chaos beenden. Jetzt steckt er selbst drin. Lesen Sie hier weiter.