Datum24.04.2026 19:53
Quellewww.zeit.de
TLDRGoogle investiert bis zu 40 Milliarden Dollar in Anthropic, einen Rivalen von OpenAI. Zunächst fließen zehn Milliarden Dollar, weitere 30 Milliarden sind möglich. Diese Investition, ähnlich der von Amazon, unterstreicht die Bedeutung von Kreislauf-Deals in der KI-Branche, bei denen Kapital gegen Rechenleistung getauscht wird. Anthropic, bekannt für seine KI Claude, steht vor der Börsennotierung. Die Firma geriet in die Kritik wegen ethischer Bedenken bei der KI-Nutzung, zeigte aber auch ihr Potenzial für die Cybersicherheit.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Künstliche Intelligenz“. Lesen Sie jetzt „Google steckt bis zu 40 Milliarden Dollar mehr in Anthropic“. Nach Amazon festigt auch Google mit einer weiteren Milliarden-Investition die Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic. In einem ersten Schritt investiert der Internet-Riese zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Mrd Euro), wie Anthropic mitteilte. Weitere 30 Milliarden Dollar können folgen, wenn die Entwicklerfirma hinter dem KI-Chatbot Claude vereinbarte Ziele erreicht. Google war schon seit Jahren unter den Geldgebern von Anthropic und liefert der Firma Spezialchips für Künstliche Intelligenz. Erst Anfang der Woche hatte Amazon 5 Milliarden Dollar in Anthropic gesteckt - mit der Aussicht auf 20 Milliarden Dollar mehr in weiteren Schritten. Auch diese Finanzspritze ist ein Beispiel für sogenannte Kreislauf-Deals in der KI-Branche, in denen Investitionen zumindest teilweise als Gegenleistung für Chips oder Rechenleistung wieder zurück an den Geldgeber fließen. Anthropic - und auch der ChatGPT-Entwickler OpenAI - brauchen dringend mehr Computerkapazität für ihre Software mit Künstlicher Intelligenz. Beide Unternehmen sind zugleich auf dem Weg an die Börse. Anthropic stand in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. Die Firma riskierte einen Konflikt mit der US-Regierung, da sie trotz massiven Drucks darauf bestand, dass ihre KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Massenüberwachung in den USA verwendet werden dürfen. Das Pentagon erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferketten-Risiko, was den Einsatz von Software des Unternehmens in Regierungsbehörden schwer beeinträchtigen kann. Die Firma klagt dagegen. Zuletzt demonstrierte Anthropic aber, wie wichtig Technologie des Unternehmens für die US-Regierung ist. Ein neues Anthropic-Modell mit dem Namen Claude Mythos Preview findet zum Teil seit Jahrzehnten unentdeckt gebliebene Schwachstellen in verschiedener Software. In den falschen Händen wäre es damit eine gefährliche Cyberwaffe - und könnte zugleich der US-Regierung einen Vorteil geben, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos Preview öffentlich zu machen. © dpa-infocom, dpa:260424-930-990436/1