Datum24.04.2026 19:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRKristi Noem, die entlassene Ex-Heimatschutzministerin, weigert sich offenbar, ein Haus auf der Militärbasis Joint Base Anacostia-Bolling zu verlassen. Das Gebäude ist eigentlich für den Kommandanten der Küstenwache vorgesehen. Noem, bekannt für ihre harte Haltung gegen Migration, nutzte das Haus seit ihrer Entlassung durch Trump. Die Küstenwache will dort bald einziehen, was eine Umzugsproblematik für den aktuellen Kommandanten und seinen Stellvertreter nach sich zieht. Normale Minister erhalten keine Dienstwohnungen auf Militärbasen.
InhaltSchon Anfang März kündigte US-Präsident Donald Trump ihr den Job. Doch ganz gehen möchte Kristi Noem wohl nicht: Laut einem Bericht will sie ihr Haus auf einer US-Militärbasis nicht verlassen. Die ehemalige Heimatschutzministerin Kristi Noem will anscheinend noch nicht alle Plätze räumen. Im März musste sie ihren Posten im Ministerium aufgeben, laut einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) nutzt sie aber offenbar weiterhin ein Haus auf einem Militärstützpunkt in Washington. Wie das WSJ berichtet, ist das Gebäude auf dem Stützpunkt "Joint Base Anacostia-Bolling" eigentlich für den Kommandanten der US-Küstenwache vorgesehen. Kristi Noem war Donald Trumps Chefpropagandistin im Kampf gegen Migration. Sie verlas die Namen und Nationalitäten festgenommener Ausländer, drohte Einwanderern mit Abschiebung, posierte vor Häftlingen in einem berüchtigten Hochsicherheitsknast in El Salvador. Noem stand infolge der umstrittenen ICE-Einsätze unter Druck, der US-Präsident entließ sie. Mehr zu ihrem Abgang lesen Sie hier . Laut dem WSJ-Bericht wurde Noems Auto Anfang dieser Woche vor dem Haus gesehen. Zudem sei Noem in den vergangenen Tagen von Beamten der US-Küstenwache auf dem Stützpunkt gesichtet worden. Die ehemalige Heimatschutzministerin hatte das Haus auf dem Stützpunkt genutzt, nachdem Präsident Trump die damalige Kommandantin Linda Fagan im vergangenen Jahr entlassen hatte. Normalerweise ist es für den Kommandanten der Küstenwache vorgesehen. Die Küstenwache fällt im Allgemeinen in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für innere Sicherheit. Das Außenministerium und das Heimatschutzministerium reagierten nicht auf Anfragen des WSJ nach einer Stellungnahme. Admiral Kevin Lunday, der derzeitige Kommandant der Küstenwache, plane, in Kürze in das Haus einzuziehen, so das WSJ mit Verweis auf mit der Sache vertraute Kreise. Aktuell wohnt er demnach in einem fast identischen Haus nebenan, das für den stellvertretenden Kommandanten vorgesehen ist. Aber auch für den müsse Platz geschaffen werden. Normalerweise erhalten Minister des Heimatschutzministeriums keine Dienstwohnungen und müssten als Zivilisten nicht auf einer Militärbasis wohnen. Doch nach Vorfällen mit Paparazzi und Demonstranten war Noem eine von mehreren Beamten der Trump-Regierung, die aus ihren privaten Wohnsitzen in Militärunterkünfte zogen.