Meinung: News des Tages: Automesse in Peking, Tankrabatt, Signal-Spionage

Datum24.04.2026 17:56

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Automesse in Peking zeigt Chinas Vorsprung bei E-Auto-Batterien. Gleichzeitig beschloss die Bundesregierung einen Tankrabatt zur Entlastung von Autofahrern, was den Wandel zur Elektromobilität verlangsamen könnte. Der Generalbundesanwalt ermittelt wegen eines mutmaßlichen Spionageangriffs auf Politiker, der auf russische Akteure abzielt und den Messengerdienst Signal betrifft.

InhaltDer Generalbundesanwalt ermittelt wegen eines Spionageangriffs auf Politikerchats. Die Bundesregierung beschließt den Tankrabatt. Und in Peking werden auf der Motorshow Wunderbatterien gezeigt. Das ist die Lage am Freitagabend. Die drei Fragezeichen heute: In Peking öffnet am Wochenende die Motorshow ihre Tore. Wer sich auf der Messe umschaut, kann kaum glauben, was derzeit in Europa passiert. Hierzulande drängen Teile der Politik und manche Hersteller darauf, Verbrennerautos möglichst noch länger bauen zu dürfen, während der Irankrieg es nur noch dringlicher erscheinen lässt, die Technologie zügig zu begraben. In China hat man das längst begriffen. Auf der Automesse in Peking lässt sich eine unvergleichliche elektrische Beschleunigung bestaunen (hier mehr). Am Dienstag zeigte der Batteriehersteller CATL einen Autoakku, der im besten Fall für 1500 Kilometer Strecke reicht. Neue Technologien ermöglichen immer kürzere Ladezeiten von inzwischen unter sieben Minuten, neue chemische Rezepturen immer günstigere und leichtere Akkus. "Die Industrie entwickelt sich weiter in Richtung Nachhaltigkeit. Die Chinesen haben schon die einfachen Lithium-Eisenphosphatbatterien (ohne Nickel, Kobalt und Mangan) zum Welterfolg geführt. Jetzt sehen sie sich bereit, die Serienproduktion von Natrium-Ionen-Akkus (ohne Lithium) im großen Stil zu beginnen", schreibt mein Kollege Arvid Haitsch (hier mehr dazu). In Peking seien – auf einer Automesse in Europa undenkbar – die Batterien die Stars. Arvids Einschätzung zum Technologievorsprung Chinas lesen Sie hier. Apropos Verbrennungsmotor: Die Bundesregierung hat heute den sogenannten Tankrabatt verabschiedet. Ab dem 1. Mai bis Ende Juni soll die Steuer auf Benzin und Diesel um 17 Cent gesenkt werden, um Autofahrer zu entlasten (lesen Sie hier mehr). Den Staat kostet die Maßnahme rund 1,6 Milliarden Euro. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ein Teil von mir wird sich freuen, wenn Tanken etwas weniger schmerzt als in den vergangenen Wochen. Und viele Betriebe, die auf Kraftfahrzeuge angewiesen sind, wird die Maßnahme womöglich vor dem Untergang bewahren. Auf der anderen Seite waren Elektroautos noch nie so nachgefragt wie in den vergangenen Wochen, der Wandel hin zu nachhaltigerer Mobilität bekam einen enormen Schub. Jetzt wird er womöglich wieder etwas abgebremst. Was mich aber vor allem ärgern würde: Wenn sich die Mineralölkonzerne einen Teil der Steuermilliarden in die Tasche stecken, wie in der Vergangenheit bei ähnlichen Rabatten. Zwar haben die Konzerne gelobt, die volle Ersparnis an die Kunden weitergeben zu wollen, aber sich gleichzeitig ein Hintertürchen offengelassen: Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies darauf hin, dass diese Senkung auch durch Preisentwicklungen überlagert werden könne. Kennen Sie den Messengerdienst Signal? Lange galt der als sichere Alternative zu WhatsApp vom bösen Meta-Marc Zuckerberg. Doch dieses Image ist seit dieser Woche angekratzt: Am Dienstag hatte der SPIEGEL enthüllt, dass das Signal-Konto von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) von Angreifern geknackt worden war (hier mehr dazu ). Wie heute bekannt wurde, ermittelt der Generalbundesanwalt in Karlsruhe in der Sache (hier mehr ). Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde auf SPIEGEL-Anfrage. Demnach laufen die Ermittlungen bereits seit Mitte Februar. Niederländische Geheimdienste machen "russische staatliche Akteure" für die groß angelegte und seit Monaten andauernde Angriffswelle verantwortlich. Dass der Generalbundesanwalt sich eingeschaltet hat, deutet ebenfalls darauf hin: Er ermittelt nur, wenn von einem staatlichen Akteur ausgegangen wird. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte bereits in einem Schreiben eindringlich vor der Bedrohungslage gewarnt. Die "koordinierte, internationale Angriffswelle", die sich vor allem gegen "hochrangige Entscheidungsträger aus Politik, Militär und Verwaltung" richte, dauere an und sei hochgefährlich: "Es ist davon auszugehen, dass so zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden", hieß es in dem Schreiben. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es in praktisch allen Fraktionen des Bundestags betroffene Abgeordnete. "Sämtlich unwahr" – vor Gericht verliert "Nius" gegen Kantinenbetreiberin: Das rechte Portal von Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt hat über ein vermeintliches "Fastenbrechen für Bürgergeldempfänger" berichtet. Nun stellt das Kölner Landgericht fest: An dem Artikel stimmt so gut wie nichts . Billies Idol: Sängerin Billie Eilish, 24, ist offenbar größter Fan ihres Kollegen Justin Bieber. Beim Coachella-Festival hatte der Popstar Eilish zu seinem Hit "One Less Lonely Girl" auf die Bühne geholt. Auf Instagram postete Eilish daraufhin eine Reihe alter Fotos und Videos. Sie als Teenie vor der Bieber-Posterwand, mit Bieber-T-Shirt, wie sie zu Bieber tanzt, dazwischen ein Screenshot einer Notiz. 2014 hatte sie diese offenbar zu Biebers 20. Geburtstag verfasst. "Heute vor 20 Jahren wurde der beste Sänger und die beste Person der Welt geboren. Ich weiß nicht, wie jemand so Perfektes wie du am Leben sein kann", schrieb die damals Zwölfjährige. "Es gibt keine Worte dafür, wie sehr ich dich liebe. Wenn du nur wüsstest, dass ich existiere." Aus dem "Südkurier" über die Oberbürgermeisterwahl in Freiburg und den bisherigen Amtsinhaber Martin Horn: "Bislang gibt es, einschließlich Horn, zehn Kandidaten – eine Frau und acht Männer." Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Könnten Sie kochen, und zwar einen Klassiker der italienischen Küche: die Bolognese. Meine Kollegin Nicola Goethe von Effilee ist für die perfekte Pastasoße nach Bologna gereist, um sich von einer Restaurantbesitzerin deren Kochgeheimnisse verraten zu lassen. Bei dem Gericht kann man nichts verkehrt machen, denken vermutlich viele Menschen, mich eingeschlossen. Ein Irrtum, hat Nicola erfahren. Die Leute greifen nicht zur richtigen Nudelsorte, kippen das falsche Öl in die Soße und verderben den Geschmack durch bestimmte Gewürze. Wie viel man aber mit einfachen Mitteln besser machen kann, damit das Ragù alla bolognese gelingt, lesen Sie hier . Einen schönen Abend. Herzlich Ihr Michail Hengstenberg, Autor im Kulturressort