Datum24.04.2026 09:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRMarkus Söder beendet seine "Foodblogging"-Phase auf Instagram. Grund für den Strategiewechsel seien die verschärfte wirtschaftliche und außenpolitische Lage sowie kritische Stimmen aus der CSU. Söder möchte seine Kommunikation an die aktuellen Gegebenheiten anpassen, authentisch bleiben und betont, dass seine Essgewohnheiten mittlerweile bekannt seien. Die zuvor geteilten "söderisst"-Fotos, die Volksnähe demonstrieren sollten, stießen nach schlechten Kommunalwahlergebnissen auf Kritik.
InhaltBratwürste, Spaghetti-Eis, Pizza, Falafel, Big Mac: Bayerns Ministerpräsident Söder ist auf Instagram mehr für seine Essgewohnheiten als seine Politik bekannt. Doch nun soll das Foodblogging ein Ende haben, aus Gründen. Es ist bereits gut vier Wochen her, dass Followerinnen und Follower von CSU-Chef Markus Söder selbigen zuletzt auf Instagram mit Essen in der Hand bewundern konnten. Bei einem Wahlkampftermin in Gunzenhausen hatte sich der bayerische Ministerpräsident hinter den Würstchengrill gestellt. Wer gar ein Bild des Teilzeit-Foodbloggers mit Essen im Mund sehen wollte, musste noch eine Woche zurückblättern, da zeigte sich Söder zuletzt beim Verspeisen eines Döners. Seitdem herrscht kulinarische Abstinenz. Das hat seine Gründe, wie Söder nun im Interview mit dem "Münchner Merkur" einräumte. Der Ministerpräsident hat demnach für seine Social-Media-Auftritte einen Strategiewechsel beschlossen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. "Aktuell verschärft sich die wirtschaftliche und außenpolitische Lage von Woche zu Woche – die Kommunikation muss sich natürlich dieser Lage anpassen", so Söder. Er wolle bei seinen Auftritten im Internet authentisch bleiben. "Inzwischen weiß aber auch jeder, was ich gern esse. Daher gibt es wirklich andere Themen." Söder räumt zugleich ein, dass das Umdenken auch mit Stimmen aus der CSU zu tun hat. Es hatte demnach Unmut über seine "Söder isst"-Kampagne gegeben. "Ich nehme Kritik immer an", sagte er mit Blick auf Murren in seiner Partei nach den vielen verlorenen kommunalen Stichwahlen im März. Für die CSU waren die Wahlen Anfang März ihr schwächstes Kommunalwahl-Resultat seit 1952. Sie kam zwar als Wahlsieger auf 32,5 Prozent, das waren dennoch 1,9 Prozentpunkte weniger als 2020. Vielerorts konnten sich erstmals Kandidatinnen und Kandidaten der Freien Wähler gegen CSU-Kandidaten durchsetzen. Söder hatte in den vergangenen Jahren seinen Instagram-Kanal immer wieder mit Essensfotos bestückt. Unter dem Schlagwort "söderisst" teilte er Snacks und ganze Mahlzeiten, meist deftig, mal auch nur vegetarische Kost. Vor allem Döner und Wurstwaren kamen auf den Teller – oder in den Mund. Söder begründete die Bilder mit Volksnähe, so könne er seine Anhängerschaft auch für politische Themen begeistern. Der CSU-Chef hat auf Instagram 800.000 Follower, mehr als doppelt so viele wie Bundeskanzler Friedrich Merz.