Datum24.04.2026 14:25
Quellewww.zeit.de
TLDRDer SC Freiburg fühlt sich im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Stuttgart um ein Tor betrogen. Ein vermeintliches 2:1 von Lucas Höler wurde wegen angeblichen Fouls aberkannt. Der DFB hat dies später als Fehler eingestuft, da es ein regelkonformer Zweikampf gewesen sei. Trotz des verpassten Final-Einzugs sieht Freiburg die Leistung positiv und blickt optimistisch auf das Europa-League-Finale und die Bundesliga.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Aberkanntes Tor“. Lesen Sie jetzt „"Frechheit" - Freiburg fühlt sich im Pokal-Drama betrogen“. Dass der Deutsche Fußball-Bund die Schiedsrichter-Entscheidung als Fehler einstufte, half dem SC Freiburg auch nicht mehr. Die Badener fühlten sich um ein Tor betrogen, als sie im Halbfinal-Drama des DFB-Pokals beim Titelverteidiger VfB Stuttgart das erste ihrer zwei möglichen Endspiele in dieser bemerkenswerten Saison verpassten. Vor der gewaltigen Bundesliga-Herausforderung am Sonntag beim Spitzenteam Borussia Dortmund (17.30 Uhr/DAZN) müssen die Breisgauer reichlich Frust verdauen. "Für mich ist es eine Frechheit, das wegzupfeifen", schimpfte Lucas Höler, ein Protagonist der vieldiskutierten Szene. Sein Tor zu Beginn der Verlängerung hatte Schiedsrichter Tobias Welz aberkannt und stattdessen auf Foul gegen VfB-Abwehrspieler Chabot entschieden. Es wäre das 2:1 für die Freiburger gewesen, die schließlich durch einen Treffer des Stuttgarter Jokers Tiago Tomás den K.o. in der 119. Minute versetzt bekamen. Wie das Duell ausgegangen wäre, hätte der Treffer gezählt? Das bleibt offen. Die Meinungen über diese Szene aber gingen bei beiden Kontrahenten in die gleiche Richtung. Sogar die siegreichen Stuttgarter hatten Verständnis für den Unmut. "Einen krasseren Fehler" hätte der Schiedsrichter nicht machen können, meinte VfB-Nationalstürmer Deniz Undav. Der DFB erklärte am Tag nach dem Pokal-Krimi, dass das Tor hätte zählen müssen. Bei dem Duell von Höler mit Stuttgarts Abwehrchef Jeff Chabot habe es sich um einen "robusten, aber regelkonformen Zweikampf" gehandelt, urteilte Marco Fritz, Leiter Regelauslegung und Evaluation in der DFB Schiri GmbH, auf Anfrage. Schiedsrichter Welz habe in der Dynamik "einen regelwidrigen Armeinsatz von Höler wahrgenommen". Der Unparteiische hatte abgepfiffen, bevor der Ball die Linie überschritten hatte. So kam der Videobeweis nicht zum Einsatz. Hätte der Referee die Aktion abgewartet, hätte der VAR eingreifen und sich Welz die Szene am Bildschirm anschauen können. Deutlich schimpfte SC-Kapitän Christian Günter: "Wenn das ein Foul ist, dann muss ich, glaube ich, hier und heute meine Karriere beenden, weil das ist wirklich gar nichts". Auch Freiburgs Trainer Julian Schuster hatte ein "reguläres" Tor gesehen. Statt über den Referee hätte er lieber über die sportliche Leistung seiner Breisgauer um den wieder überzeugenden Innenverteidiger Matthias Ginter oder den stark parierenden Ersatz- und Pokalkeeper Florian Müller gesprochen. "Die Realität ist, dass wir das bestätigen konnten, wohin wir uns in den letzten Wochen entwickelt haben. Für mich war das heute auch noch mal der nächste Schritt", urteilte Schuster. Das Aus werde den SC "noch stärker machen". Schließlich stehen auch nach dem DFB-Pokal-Aus international noch Festtage an. Am 30. April und 7. Mai ist gegen Sporting Braga aus Portugal das Endspiel der Europa League greifbar. "Wenn wir so spielen wie heute oder wie in den letzten Wochen haben wir gute Chancen", sagte Höler. Als Titelträger dürften die Badener sogar Champions League spielen. Für die nächste Europacup-Teilnahme würde zudem nun sicher der siebte Bundesliga-Platz reichen. © dpa-infocom, dpa:260424-930-988774/1