Kriminalität im Netz: Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur nehmen zu

Datum24.04.2026 14:00

Quellewww.zeit.de

TLDRCyberangriffe auf kritische Infrastruktur in NRW nehmen zu, primär durch Ransomware zur Lösegelderpressung. Täter agieren zunehmend arbeitsteilig und nutzen KI, was die Angriffe erleichtert. Kleine und mittelständische Unternehmen sind oft unzureichend geschützt. Ermittler wollen KI zur besseren Datenanalyse, insbesondere bei Kinderpornografie, einsetzen. Viele Angriffe bleiben unangezeigt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität im Netz“. Lesen Sie jetzt „Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur nehmen zu“. Cyberangriffe auf Behörden, Krankenhäuser oder Energieversorger in Nordrhein-Westfalen haben nach Angaben des Justizministeriums weiter zugenommen. "Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur sind zur täglichen Realität geworden", sagte Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) in Köln bei der Vorstellung des Jahresberichts der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW). In den meisten Fällen gehe es um Lösegelderpressung, sagte ZAC-Leiter Markus Hartmann. Mit Hilfe von Schadsoftware würden Unternehmensdaten verschlüsselt, für die Entschlüsselung verlangten die Erpresser Geld. Besorgniserregend sei, dass die Täter dabei zunehmend arbeitsteilig vorgingen. "Was man selbst nicht kann, kauft man sich als Dienstleistung dazu", schilderte Hartmann. Dadurch werde digitale Erpressung auch für Täter möglich, die nicht über das erforderliche technische Wissen verfügten.  Zunehmend setzten Cyberkriminelle auch Künstliche Intelligenz (KI) ein - "das erweist sich als Brandbeschleuniger auf Täterseite", sagte Hartmann.  Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen seien oft unzureichend geschützt. Im Notfall sei aber sofortiges Handeln entscheidend: "Zwischen dem Bekanntwerden einer Sicherheitslücke und deren Ausnutzen durch Kriminelle liegen nur wenige Tage", sagte Hartmann. Insgesamt gehe er von einem hohen Dunkelfeld aus, weil viele Unternehmen die Taten nicht anzeigten.  KI soll in Zukunft auch auf Seiten der Ermittler eine größere Rolle spielen. Sie soll unter anderem im Bereich der Kinderpornografie bei der Durchforstung riesiger Datenmengen helfen. "Jede Sekunde, die wir durch den Einsatz von KI bei der Auswertung gewinnen, kann für ein Kind den Unterschied bedeuten", sagte Limbach. © dpa-infocom, dpa:260424-930-988639/1