Industrie: Rohstahlproduktion in Deutschland erholt sich leicht

Datum24.04.2026 12:19

Quellewww.zeit.de

TLDRDeutschlands Rohstahlproduktion stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf 9,3 Millionen Tonnen, was auf eine leichte Erholung hindeutet. Laut Wirtschaftsvereinigung Stahl bleibt die Lage angespannt. Die Produktion liegt unter dem für eine gesunde Kapazitätsauslastung nötigen Minimum von 40 Millionen Tonnen. Ursachen sind eine seit Jahren anhaltende Nachfrageschwäche und hoher Importdruck durch globale Überkapazitäten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Industrie“. Lesen Sie jetzt „Rohstahlproduktion in Deutschland erholt sich leicht“. Die Hüttenwerke in Deutschland haben im ersten Quartal mit 9,3 Millionen Tonnen neun Prozent mehr Rohstahl produziert als im Vorjahreszeitraum. Diese "leichte Erholung" sei jedoch kein Grund zur Entwarnung, teilte der Branchenverband Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) mit. "Trotz der Zuwächse bei der Produktion bleibt die Lage in der Stahlindustrie weiter angespannt", erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Maria Rippel. Auf das Jahr hochgerechnet ergebe dies eine Menge von 37 Millionen Tonnen. Damit bleibe man weiterhin unter der Schwelle von 40 Millionen Tonnen, was das Minimum für eine gesunde Kapazitätsauslastung der Branche sei. 2025 war die Rohstahlproduktion in Deutschland mit 34,1 Millionen Tonnen nach Angaben der WV Stahl "historisch" niedrig ausgefallen. "Vergleichbare Werte wurden zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 erreicht", hieß es. Der Verband sprach von einer seit Jahren anhaltenden, strukturellen Nachfrageschwäche. "Seit 2017 ist die Stahlnachfrage in Deutschland rückläufig und hat bis 2025 rund 30 Prozent verloren – etwa 12 Millionen Tonnen." Auch 2025 sei die Nachfrage in allen wichtigen Abnehmerbranchen wie etwa Automobilindustrie oder Maschinen- und Anlagenbau gedämpft geblieben. "Eine zuletzt beobachtete Stabilisierung der Marktversorgung basiert überwiegend auf Lageraufbau und nicht auf einer nachhaltigen Belebung der Nachfrage." Zusätzlich verschärfe ein anhaltend hoher Importdruck die Situation. Hintergrund seien wachsende globale Überkapazitäten im Stahlsektor. Deutschland erzeugt in Europa den meisten Stahl. Größter Stahlstandort in Deutschland ist Duisburg, wo die Unternehmen Thyssenkrupp Steel und HKM Stahl erzeugen. © dpa-infocom, dpa:260424-930-987888/1