Datum24.04.2026 11:24
Quellewww.zeit.de
TLDRDie deutsche Wirtschaft blickt wegen der Krise im Iran pessimistisch auf das Wachstum. Das ifo-Geschäftsklima ist auf dem niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. Unternehmen sorgen sich vor Lieferengpässen, insbesondere die chemische Industrie und die Logistik. Auch der Einzelhandel leidet unter Konsumentenzurückhaltung. Der Energiepreisschock belastet die Wirtschaft. Eine baldige Öffnung der Straße von Hormus ist für die Wachstumsperspektiven entscheidend.
InhaltAngesichts der anhaltenden Krise im Iran rechnet die deutsche Wirtschaft mit schlechteren Geschäften. Viele Unternehmen plagt die Sorge vor Lieferengpässen. Das Geschäftsklima ist angesichts der Auswirkungen des Kriegs im Iran auf das niedrigste Niveau seit den Zeiten der Corona-Pandemie gesunken. Der Stimmungsindex des Münchner ifo Instituts sank im April auf 84,4 Punkte, nach 86,3 Zählern im März. Vor dem Beginn des Irankriegs hatte die deutsche Wirtschaft noch Hoffnung geschöpft. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich also stark, die vom Institut befragten Unternehmen schätzten ihre aktuellen Geschäfte und die künftigen Erwartungen schlechter ein als im Vormonat. "Die Iran-Krise trifft die deutsche Wirtschaft hart", sagte ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Hoffnungen auf einen Aufschwung sind vorerst dahin." Insgesamt wurden 9.000 Unternehmen befragt. Der Umfrage-Chef des Münchner Instituts, Klaus Wohlrabe, erwartet demnach zunächst einmal nur noch eine Stagnation der Wirtschaftsleistung. Im verarbeitenden Gewerbe erwartete laut dem ifo Institut insbesondere die chemische Industrie eine schwierige künftige Entwicklung. Doch zahlreiche Unternehmen berichteten angesichts der Blockade der Straße von Hormus von Sorgen vor Lieferengpässen. Im Dienstleistungssektor zeigte sich vor allen die Logistik unter Druck. Der Einzelhandel hat insbesondere mit der Zurückhaltung der Konsumenten angesichts der Inflation zu kämpfen. "Der Einbruch des ifo-Geschäftsklimas zeigt unmissverständlich, wie sehr der Energiepreisschock die deutsche Wirtschaft trifft", sagte auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Das Wachstum dürfte 2026 um 0,4 Prozentpunkte niedriger ausfallen, wenn die Straße von Hormus nach insgesamt drei Monaten Ende Mai wieder öffnete. Für dieses Szenario rechne er mit einem Wachstum von 0,6 Prozent. "Aber jeder weitere Tag ohne Öllieferungen durch die Straße von Hormus erhöht das Rezessionsrisiko."