Baden-Württemberg: 46-Jähriger soll per Livestream Anweisungen zum Kindesmissbrauch gegeben haben

Datum24.04.2026 10:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRGegen einen 46-Jährigen wurde Anklage wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern erhoben. Er soll Frauen auf den Philippinen per Livestream und Chat angewiesen haben, sexuelle Handlungen an Kindern vorzunehmen, die er dann speicherte. Die Taten ereigneten sich zwischen 2013 und 2019. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit der Zerschlagung eines pädokriminellen Netzwerks auf den Philippinen. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und ihm wird zudem Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials vorgeworfen.

InhaltWegen sexuellen Missbrauchs von Kindern per Livestream ist Anklage gegen einen 46-Jährigen erhoben worden. Der Mann soll die Taten auf den Philippinen per Chat angeordnet haben. Er sitzt in U-Haft. Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg hat wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern per Livestream Anklage gegen einen 46-Jährigen erhoben. Der Beschuldigte soll in mehreren Fällen Frauen auf den Philippinen angewiesen haben, sexuelle Handlungen an Kindern vorzunehmen, teilte das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe angesiedelte Zentrum mit. Die Taten sollen per Livestream an den 46-Jährigen übertragen worden sein. Der Mann soll über die Chatfunktion die Art der vorgenommenen sexuellen Handlungen bestimmt haben. Zudem habe er Aufnahmen davon gespeichert. Laut Anklage ereigneten sich die Taten in den Jahren 2013, 2014 und 2019. Bei den Opfern handelte es sich um Mädchen im Alter zwischen vier und 13 Jahren. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit der Zerschlagung eines pädokriminellen Netzwerks auf den Philippinen. Von den dortigen Tätern wurden laut Cybercrime-Zentrum gegen Bezahlung Liveübertragung von Missbrauchshandlungen angeboten. Fünf betroffene Kinder im Alter zwischen zwei und 13 Jahren wurden nach Behördenangaben in Obhut genommen. Die Ermittlungen führten nun auch zu dem 46-Jährigen aus dem Kreis Heidenheim. Der Beschuldigte wurde im Dezember 2025 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ihm werden unter anderem Anstiftung zum schweren sexuellen Missbrauch von Kindern sowie Besitz und Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte vorgeworfen. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Landgericht Ellwangen entscheiden.