Datum24.04.2026 10:37
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie USA prüfen angeblich den Ausschluss Spaniens aus der NATO. Hintergrund ist Madrids Verbot, US-Stützpunkte und Luftraum für den Iran-Krieg zu nutzen. Eine interne E-Mail des US-Verteidigungsministeriums skizziert Optionen, darunter den Ausschluss Spaniens. Die Maßnahmen sollen den Druck auf Bündnispartner erhöhen, ihren Beitrag zu leisten. Ein Ausschluss hätte zwar begrenzte militärische, aber erhebliche symbolische Bedeutung. Spanien kritisiert die Vorgehensweise als nicht offiziell.
InhaltDie US-Armee hat zwei Stützpunkte in Spanien, doch Madrid verbietet die Nutzung für den Irankrieg – und blockiert seinen Luftraum. In einer internen Mail soll das Weiße Haus nun einen Nato-Rauswurf skizziert haben. Die wenigsten Länder unterstützen die USA und Israel offen in ihrem Krieg gegen Iran, kaum eines positioniert sich aber aktiv dagegen. Anders Spanien: Die Regierung in Madrid untersagte den USA die Nutzung ihrer Stützpunkte oder des spanischen Luftraums für Angriffe auf Iran. Das hat die Verantwortlichen im Weißen Haus offenbar derart erzürnt, dass sie Insiderangaben zufolge Strafmaßnahmen gegen den Nato-Partner planen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. In einer internen E-Mail des US-Verteidigungsministeriums würden Optionen skizziert, die unter anderem einen Ausschluss Spaniens aus dem Bündnis beschreiben, sagte ein US-Regierungsvertreter demnach der Agentur. Das Schreiben drücke den Frust darüber aus, dass einige Partner den USA Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte verweigerten. Diese seien jedoch "die absolute Basis für die Nato", heiße es in der Mail. Die skizzierten Maßnahmen zielten unter anderem darauf ab, "schwierige" Länder von wichtigen oder prestigeträchtigen Positionen innerhalb der Nato auszuschließen. Von einem Austritt der USA aus der Nato sei aber nicht die Rede, sagte der Insider. Das hatte US-Präsident Donald Trump mehrmals angedroht. Auch die Schließung von Stützpunkten in Europa werde in dem Schreiben nicht gefordert. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte: "Wie Präsident Trump gesagt hat, waren unsere Nato-Verbündeten trotz allem, was die USA für sie getan haben, nicht für uns da." Das Pentagon werde sicherstellen, dass der Präsident über glaubwürdige Optionen verfüge, damit die Verbündeten "nicht länger ein Papiertiger sind, sondern ihren Teil beitragen". Trump hatte die Bündnispartner scharf dafür kritisiert, dass sie keine Kriegsschiffe entsandt hatten, um die seit Beginn des Irankriegs gesperrte Straße von Hormus zu öffnen. Die US-Regierung hat dabei besonders Spanien im Visier, die USA haben dort die Stützpunkte Rota und Moron. Ein Ausschluss Spaniens aus der Nato hätte der E-Mail zufolge zwar nur begrenzte Auswirkungen auf US-Militäroperationen, aber eine erhebliche symbolische Bedeutung, berichtet Reuters weiter. Wie die USA einen solchen Schritt durchsetzen könnten, ließ der Insider dem Bericht zufolge offen. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte am Freitag vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Zypern: "Wir arbeiten nicht auf der Grundlage von E-Mails. Wir stützen uns auf offizielle Dokumente und Regierungspositionen, in diesem Fall der USA."