Datum24.04.2026 09:21
Quellewww.zeit.de
TLDRBei Hertha BSC stehen Aufsichtsratswahlen an, bei denen erstmals Mitglieder den Vorsitzenden wählen. Weitere brisante Themen sind das verfehlte Saisonziel, die Aufarbeitung der Ausschreitungen in Dresden mit möglichen Stadionverboten sowie ein viel beachtetes Interview von Geschäftsführer Peter Görlich. Auch die Vereinsfinanzen, trotz angekündigtem Gewinn, wegen möglicher Probleme mit dem Eigenkapital für die Lizenzierung, werden beleuchtet.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fußball“. Lesen Sie jetzt „Kaderumbau & Krawalle: Hertha-Themen mit Zündstoff-Potenzial“. Hertha BSC lädt am Sonntag einmal mehr zur Mitgliederversammlung. Die Veranstaltung im CityCube der Messe Berlin steht im Zeichen der Aufsichtsratswahlen, die nach einer Satzungsänderung anders durchgeführt werden als in der Vergangenheit. Weitere Themen bergen Zündstoff: das verfehlte Saisonziel, die Ausschreitungen in Dresden und ein viel beachtetes Interview von Geschäftsführer Peter Görlich. Amtsinhaber Torsten-Jörn Klein sowie seine zwei Herausforderer Andreas Kurth und Tim Kauermann kämpfen um den Vorsitz. Nach einer Satzungsänderung im Vorjahr dürfen erstmals die Mitglieder entscheiden, wer das Gremium anführt. Bislang lag diese Entscheidung beim Aufsichtsrat selbst. "Ich würde nicht für den Vorsitz antreten, wenn ich die Arbeit als ausreichend empfunden hätte", sagte Kauermann dem "Kicker" und kritisierte eine Fehlentwicklung im Verein. Zudem werden die Wahlen, welche ausschließlich vor Ort stattfinden, erstmals mit Hilfe eines digitalen Abstimmungstools durchgeführt. Knapp drei Wochen nach den Krawallen beim Spiel von Dynamo Dresden ist die Aufarbeitung noch im Gange. Am 4. April kletterten Fans beider Lager über Zäune und griffen sich im Innenraum mit Pyrotechnik an, bevor die Polizei eingriff und die Gruppen trennte. Görlich stellte Stadionverbote und Vereinsausschlüsse für Berliner Anhänger in Aussicht. Ob es eine Spaltung zwischen organisierter Fanszene und übrigen Hertha-Fans gibt, bleibt offen – dürfte aber auf der Mitgliederversammlung zur Sprache kommen. Görlichs Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hatte für Aufsehen gesorgt - an einigen Stellen aber nur vage angedeutet, was auf den Fußball-Zweitligisten zukommen könnte. Auf seiner zweiten Mitgliederversammlung am Sonntag muss der 59-Jährige Antworten liefern. Es gibt keine Mitgliederversammlung bei Hertha BSC, in der die Finanzen nicht im Fokus stehen. Einerseits hatte man verkündet, im zweiten Halbjahr 2025 erstmals seit langer Zeit einen Gewinn von 385.000 Euro verzeichnet zu haben. Andererseits drohte Medienberichten zufolge im zurückliegenden Lizenzierungsverfahren erneut Ärger, weil sich das Eigenkapital innerhalb eines Jahres zunächst nicht um fünf Prozent verbessert haben soll. Offenbar wurde aber eine Lösung gefunden. Vor einigen Tagen erteilte die DFL dem klammen Hauptstadt-Club die Lizenz. Finanz-Boss Ralf Huschen wird sich trotzdem zum Eigenkapital und zu Investor A-CAP äußern müssen. © dpa-infocom, dpa:260424-930-986806/1