Pressefreiheit: Argentiniens Regierung entzieht Journalisten Zugang zu Regierungssitz

Datum24.04.2026 08:54

Quellewww.zeit.de

TLDRArgentiniens Regierung verweigert rund 60 Journalisten den Zugang zum Regierungssitz Casa Rosada aus "nationaler Sicherheit". Dies geschah nach der Veröffentlichung von Videos angeblich sicherheitsrelevanter Bereiche durch den Sender TN. Die Regierung begründet dies mit einer Anzeige wegen illegaler Spionage, während Medienvertreter die Entscheidung und das Vorgehen Präsident Mileis gegen die betroffenen Reporter scharf kritisieren. Selbst unter Militärdiktaturen sei Journalisten der Zugang gewährt worden.

InhaltAus Gründen der "nationalen Sicherheit" beschränkt die argentinische Regierung zahlreichen Journalisten den Zugang. Zuvor waren Videoaufnahmen veröffentlicht worden. Die argentinische Regierung hat zahlreichen Journalisten trotz Akkreditierung den Zugang zum Regierungssitz Casa Rosada untersagt. Es handele sich um eine präventive Entscheidung nach einer Anzeige wegen illegaler Spionage, schrieb der Kommunikationsstaatssekretär der argentinischen Regierung, Javier Lanari, als Begründung auf X. Ziel sei es, die "nationale Sicherheit" zu gewährleisten. Medienvertreter kritisierten die Entscheidung. Betroffen sind Medien zufolge rund 60 Reporter. Der argentinischen Zeitung La Nación zufolge hatten Journalisten sogar während früherer Militärdiktaturen Zugang zum Pressebereich. Bei dem von Lanari angeführten Fall handelt es sich um eine Strafanzeige der Sicherheitsbehörde der Präsidentschaft gegen zwei Journalisten des argentinischen Senders TN. Der Sender hatte Videoaufnahmen aus dem Inneren des Regierungssitzes gezeigt, auf denen nach Darstellung der Behörden sicherheitsrelevante Bereiche zu sehen sind. Argentiniens Präsident Javier Milei beleidigte die beiden Journalisten auf X danach auf herabwürdigende Weise. Auf X entwickelte sich eine regelrechte Hetzjagd auf die beiden Reporter. Die Regierung des rechten Regierungschefs Milei schlägt zunehmend harte Töne gegen ihre Kritiker an. Zuletzt kämpfte seine Partei mit Korruptionsskandalen, Milei wurde Betrug im Zusammenhang mit Kryptowährung vorgeworfen. Zudem zeigt seine Politik der Deregulierung und des Staatsabbaus zunehmend Wirkung, jedoch anders als erwünscht: Die Industrie in Argentinien schrumpfte in den vergangenen Jahren.