Ines Schwerdtner: Linken-Chefin bezeichnet private Altersvorsorge als »Glücksspiel«

Datum24.04.2026 08:52

Quellewww.zeit.de

TLDRLinken-Chefin Ines Schwerdtner kritisiert die private Altersvorsorge als "Glücksspiel" und fordert ein umlagefinanziertes Rentensystem nach österreichischem Vorbild. Sie sieht die niedrigen deutschen Renten als Folge politischer Fehlentscheidungen und plädiert für eine starke gesetzliche Rente. Laut Schwerdtner soll die Erwerbstätigenversicherung, in die auch Beamte und Politiker einzahlen, das Rentenniveau von 48 auf 53 Prozent anheben, um den Lebensstandard im Alter zu sichern und nicht von privaten Vorsorgen abhängig zu machen.

InhaltIn der Rentendebatte sieht Linken-Chefin Schwerdtner in Österreich ein Vorbild für Deutschland. Dort zahlen alle Erwerbstätigen in ein gemeinsames System ein. Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner fordert ein Rentensystem nach dem Vorbild von Österreich. "Dass die Renten in Deutschland im EU-Vergleich so niedrig sind, ist das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen", sagte Schwerdtner der Nachrichtenagentur dpa. In Österreich, wo alle Erwerbstätigen in ein gemeinsames System einzahlen, seien deutlich höhere Renten möglich. "Wer jetzt weiter auf private Vorsorge setzt, macht die Rente zu einem Glücksspiel, bei dem die meisten Menschen im Alter verlieren werden", sagte die Linken-Politikerin. "Wir brauchen eine starke gesetzliche Rente, auf die sich alle verlassen können." Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte diese Woche mit der Aussage für Wirbel gesorgt, die gesetzliche Rente werde künftig allenfalls noch die "Basisabsicherung" sein für das Alter. Das brachte ihm Kritik ein, auch aus den eigenen Reihen. Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) sagte daraufhin, Ziel der anstehenden Rentenreform sei ein Modell, das aus den drei Säulen gesetzliche, betriebliche und private Rente den Lebensstandard sichere. Dem widersprach Schwerdtner jetzt. Die Linke fordert, das Niveau der gesetzlichen Rente von rund 48 Prozent auf mindestens 53 Prozent anzuheben. Dafür soll eine "Erwerbstätigenversicherung" wie in Österreich gegründet werden, in die auch Beamte, Selbstständige und Politiker einzahlen. Das Rentenniveau setzt Renten nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst ins Verhältnis zum aktuellen Durchschnittslohn.