Datum24.04.2026 08:39
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) lehnt eine Rückkehr zur Atomkraft aus Anlass des 40. Jahrestags von Tschernobyl ab. Er bezeichnete Atomkraft als risikoreich, teuer und populistisch. Zudem sei der Rückbau weit fortgeschritten und frühere Betreiber hätten das Thema abgeschrieben. Dies steht im Kontrast zu Überlegungen in der CDU/CSU, eine Diskussion über die Wiederinbetriebnahme zu führen. Bundesumweltminister Schneider verwies zudem auf die Problematik des Atommülls.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „40 Jahre nach Tschernobyl“. Lesen Sie jetzt „Energieminister warnt vor Rückkehr zur Atomkraft“. Anlässlich des 40. Jahrestags der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) Überlegungen für eine Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland zurückgewiesen. "Wer Atom- und Fusionsreaktoren als Lösung für heutige Fragen der Energieversorgung verkauft, betreibt nichts weiter als blanken Populismus und blendet bewusst wesentliche Faktoren aus", sagte Willingmann. Atomkraft sei nicht nur riskant, sondern auch die teuerste Form der Energieerzeugung. Zudem sei der Rückbau vorangeschritten. "Der Staat hätte auch keine Partner mehr in der Wirtschaft, denn die früheren AKW-Betreiber haben das Thema längst abgeschrieben", sagte Willingmann. Am 26. April 1986 war in dem Atomkraftwerk im Norden der heutigen Ukraine Reaktor vier explodiert: der schwerste Atomunfall der zivilen Nutzungsgeschichte der Kernenergie. Radioaktive Wolken breiteten sich bis nach West- und Nordeuropa aus. Mehr als 100.000 Menschen mussten die Sperrzone verlassen. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. Zuletzt hatte sich CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn vergangene Woche offen für eine Diskussion über die Wiederinbetriebnahme von deutschen Atomkraftwerken gezeigt. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den Atomausstieg zwar als Fehler bezeichnet, nannte ihn aber zugleich irreversibel. Atomkraft sei keine Lösung für die gegenwärtigen Energieversorgungsprobleme des Landes. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verwies auf die ungelöste Frage des Atommülls. © dpa-infocom, dpa:260424-930-986661/1