Datum24.04.2026 08:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRWirtschaftsministerin Reiche verteidigt ihre Pläne zur Energiewende trotz Kritik. Sie betont, dass Klimaschutz bezahlbare und sichere Energie erfordert. Kernpunkte sind der Ausbau erneuerbarer Energien, ein angepasster Netzausbau und der geplante Einsatz von Gaskraftwerken zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. Reiche argumentiert, dass Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit essenziell für eine zukunftsfähige Energiewende sind und kritisiert Überkapazitäten. Umweltschützer und Koalitionspartner äußern Bedenken, dass die Pläne den Ausbau erneuerbarer Energien verlangsamen könnten.
InhaltKatherina Reiche soll die Energiewende voranbringen, Kritiker sehen in ihren Plänen aber einen Kotau vor der Gas-Lobby. Nun verteidigt die Wirtschaftsministerin ihre Vorhaben und erklärt ihren Blick auf Klimaschutz. Klimaschutz, aber mit bezahlbarer und sicherer Energie: Die Energiewende gilt als eine der großen Baustellen für Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Ihre Reformpläne, gerade der Ausbau von Gaskraftwerken, sind allerdings umstritten. Nun hat Reiche ihre Vorhaben verteidigt: "Gerade im Energiebereich haben wir jetzt die Chance zu zeigen, dass wir es mit echten strukturellen Reformen ernst meinen", sagte die CDU-Politikerin in Berlin. "Wenn uns das gelingt, wird Energiepolitik wieder zu dem, was sie sein muss: ein verlässliches Fundament für Wachstum, Innovation und industrielle Stärke in Deutschland." Das Wirtschaftsministerium hat in dieser Woche zentrale Reformvorhaben in die interne Regierungsabstimmung gegeben. So strebt Reiche mit einem Netzpaket an, den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anzupassen. Teure Abregelungen durch Engpässe in den Stromnetzen sollen vermieden werden. Neue Gaskraftwerke sollen im Zuge des schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten und künftig als Back-ups einspringen – in "Dunkelflauten" mit einer geringen Erzeugung aus Solar- und Windenergie. "Die Erneuerbaren werden das Rückgrat unserer Stromversorgung sein", sagte Reiche. "Sie sind es schon heute zum großen Teil. Aber eine Energiewende, die Systemkosten ignoriert, hat keine Zukunft. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit ist politisch und wirtschaftlich nicht tragfähig." Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse ökonomisch effizient erfolgen, so Reiche. "Wir brauchen keine Überkapazitäten, die subventioniert ins Ausland exportiert werden, während im Inland die Preise steigen." Kritiker werfen Reiche vor, mit ihren Plänen den Ausbau der erneuerbaren Energien auszubremsen. Umstritten sind vor allem geplante Regelungen bei dem Netzpaket sowie einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Auch der Koalitionspartner SPD hat bereits Vorbehalte deutlich gemacht.