Pressefreiheit: Argentiniens Regierung entzieht Journalisten Zugang zu Regierungssitz

Datum24.04.2026 08:24

Quellewww.zeit.de

TLDRArgentiniens Regierung entzieht rund 60 Journalisten den Zugang zur Casa Rosada wegen angeblicher "nationaler Sicherheit". Auslöser sind Videoaufnahmen, die als sicherheitsrelevant eingestuft wurden. Laut Staatssekretär Lanari ist dies eine präventive Maßnahme nach einer Anzeige wegen illegaler Spionage. Medienvertreter und Journalisten kritisieren die Entscheidung scharf, da selbst während Militärdiktaturen der Zugang gewährt wurde. Präsident Milei griff die betroffenen Journalisten zudem öffentlich an.

InhaltAus Gründen der "nationalen Sicherheit" beschränkt die argentinische Regierung zahlreichen Journalisten den Zugang. Zuvor waren Videoaufnahmen veröffentlicht worden. Die argentinische Regierung hat zahlreichen Journalisten trotz Akkreditierung den Zugang zum Regierungssitz Casa Rosada untersagt. Es handele sich um eine präventive Entscheidung nach einer Anzeige wegen illegaler Spionage, schrieb der Kommunikationsstaatssekretär der argentinischen Regierung, Javier Lanari, als Begründung auf X. Ziel sei es, die "nationale Sicherheit" zu gewährleisten. Medienvertreter kritisierten die Entscheidung. Betroffen sind Medien zufolge rund 60 Reporter. Der argentinischen Zeitung La Nación zufolge hatten Journalisten sogar während früherer Militärdiktaturen Zugang zum Pressebereich. Bei dem von Lanari angeführten Fall handelt es sich um eine Strafanzeige der Sicherheitsbehörde der Präsidentschaft gegen zwei Journalisten des argentinischen Senders TN. Der Sender hatte Videoaufnahmen aus dem Inneren des Regierungssitzes gezeigt, auf denen nach Darstellung der Behörden sicherheitsrelevante Bereiche zu sehen sind. Argentiniens Präsident Javier Milei beleidigte die beiden Journalisten auf X danach auf herabwürdigende Weise. Auf X entwickelte sich eine regelrechte Hetzjagd auf die beiden Reporter. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.