WM ohne Iran? »Niemand in den USA hat ihnen gesagt, dass sie nicht kommen könnten«

Datum24.04.2026 08:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Außenminister Marco Rubio hat klargestellt, dass die iranische Fußballnationalmannschaft zur WM in den USA willkommen ist. Er distanzierte sich von einem Vorschlag, Italien solle den Platz Irans einnehmen. Während die Spieler einreisen dürfen, könnten Personen mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionswächtern ausgeschlossen werden. Die Spekulationen entstanden durch einen Vorstoß des Sonderbeauftragten Paolo Zampolli. Sowohl Italien als auch Iran hatten sich gegen eine derartige Verlegung ausgesprochen.

InhaltZuletzt hatte ein Vorstoß des US-Sonderbeauftragten für Aufsehen gesorgt: Italien solle demnach statt Iran an der Fußball-WM teilnehmen. Doch US-Außenminister Rubio stellte nun klar: Die Spieler des Kriegsgegners sind willkommen. Inmitten der Spekulationen um ein mögliches WM-Nachrücken des viermaligen Weltmeisters Italien hat US-Außenminister Marco Rubio Irans Fußballnationalmannschaft die Teilnahme an der Endrunde im Sommer zugesichert. Die Spieler seien in den USA willkommen, sagte Rubio am Donnerstag im Oval Office. Zugleich distanzierte Rubio die US-Regierung von einem Vorschlag, wonach Italien den WM-Platz Irans übernehmen könnte. Rubio sagte, dass Washington dem iranischen Verband keine Absage erteilt habe. "Niemand in den USA hat ihnen gesagt, dass sie nicht kommen könnten", sagte der Außenminister." Einschränkungen könnten sich allerdings für Begleitpersonen ergeben, die Verbindungen zu den iranischen Revolutionswächtern (IRGC) hätten, die von den USA und mehreren anderen Staaten als Terrororganisation eingestuft werden. "Es könnte so sein, dass wir sie nicht reinlassen werden, aber das gilt nicht für die Spieler selbst", sagte Rubio. Die USA und Israel befinden sich seit dem 28. Februar im Krieg mit Iran. Derzeit gilt eine Waffenruhe. Anlass der Debatte war ein Vorstoß des italienischstämmigen US-Sonderbeauftragten Paolo Zampolli. Dieser hatte der "Financial Times" gesagt, er habe US-Präsident Donald Trump und den Weltverband Fifa auf die Idee angesprochen, Italien könne Irans Platz bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada übernehmen. Rubio wies dies zurück: "Ich weiß nicht, wo das herkommt." Auch Italien hatte ablehnend reagiert. Sportminister Andrea Abodi sagte, eine Teilnahme durch die Hintertür sei "erstens nicht möglich und zweitens nicht angemessen – man qualifiziert sich auf dem Platz". Italiens Olympiachef Luciano Buonfiglio sagte: "Ich würde mich beleidigt fühlen. Man muss sich seinen Platz bei der WM verdienen." Die iranische Botschaft in Rom sprach angesichts des möglichen Nationentauschs von "moralischem Bankrott" der USA. Italien war in den Playoffs an Bosnien-Herzegowina gescheitert. Iran ist für die WM-Spiele in der Gruppe G mit zwei Partien in Los Angeles und einer Begegnung in Seattle angesetzt, das Teamquartier soll in Tucson im Bundesstaat Arizona sein.