Datum24.04.2026 04:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRDonald Trump hat Indien in einem Social-Media-Post als "Höllenloch" bezeichnet, die Aussage stammt jedoch vom Podcaster Michael Savage. Der indische Sprecher des Außenministeriums nannte die Kommentare "uninformiert, unangemessen und von schlechtem Stil", da sie nicht die gegenseitigen Beziehungen widerspiegeln. Der Post bezieht sich auf das US-Geburtsrecht, das Trump zuvor infrage gestellt hat. Der Supreme Court prüft derzeit die Verfassungsmäßigkeit des Geburtsortsprinzips.
InhaltDonald Trump ließ sich einst über "shithole countries" in Afrika aus, nun trifft es Indien. Der US-Präsident hat einen Post mit üblen Aussagen über das Land verbreitet. Von dort kommt eine deutliche Reaktion. Die verbalen Entgleisungen des US-Präsidenten über andere (vor allem ärmere) Länder sind legendär. Im aktuellen Fall legt sich Donald Trump mit Indien an. Dabei geht es um die Bezeichnung des Landes als "Höllenloch". Laut dem britischen "Guardian" hat Trump die brisante Aussage in diesem Fall nicht selbst getätigt. Stattdessen hat er auf seinem Netzwerk Truth Social einen mehrseitigen Text veröffentlicht , der offenbar auf den konservativen Podcaster Michael Savage zurückgeht. Darin geht es um das Thema der US-Staatsbürgerschaft bei Geburt. In dem Text steht unter anderem: "Hier (in den USA, d.Red.) wird ein Baby automatisch Staatsbürger. Und dann kommt die komplette Familie aus China oder Indien oder einem anderen Höllenloch hinterher." Trump selbst hat den Text nicht kommentiert, dafür aber auch noch ein Video zu dem Content von Michael Savage verlinkt. Im indischen Außenministerium ist man gar nicht begeistert. Sprecher Randhir Jaiswal nannte die Aussagen "offensichtlich uninformiert, unangemessen und von schlechtem Stil". Sie würden in keiner Weise das Verhältnis der beiden Länder widerspiegeln, das auf "gegenseitigem Respekt und geteilten Interessen" basiere. Der "Guardian" zitiert die Hindu American Foundation, die sich bestürzt über diese "hasserfüllte, rassistische Tirade" zeigte. In den USA gilt nach dem 14. Verfassungszusatz das Geburtsortsprinzip: Alle Menschen, die auf US-Boden geboren werden und der amerikanischen Gerichtsbarkeit unterstehen, sind unabhängig vom Aufenthaltsstatus ihrer Eltern automatisch Staatsbürger. Trump hatte dieses Prinzip bereits unmittelbar nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus infrage gestellt: Er unterzeichnete ein Dekret, das Kindern die Staatsbürgerschaft verweigern soll, deren Mütter bei der Geburt keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hatten oder sich nur vorübergehend legal in den USA aufhielten, etwa Touristinnen oder Studentinnen. Voraussetzung ist auch, dass der Vater weder US-Bürger ist noch eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis hat. Inzwischen ist sogar der Supreme Court der USA mit dem Thema befasst. Anfang April hatte Trump persönlich eine Anhörung des Gerichts besucht (mehr dazu hier ). Der Schritt ist beispiellos in der US-Geschichte. Mehrere US-Präsidenten haben vor dem Supreme Court verhandelt, doch nie kamen sie persönlich zu Anhörungen, während sie noch im Amt waren. Laut Kritikerinnen und Kritikern ist Trumps Anwesenheit im Gerichtssaal ein offener Versuch, den Gerichtshof unter Druck zu setzen. Inwieweit – wenn überhaupt – Trumps Anwesenheit im Gerichtssaal den Supreme Court beeinflusst hat, wird sich wohl erst im Sommer zeigen: Eine Entscheidung des Gerichts wird zwischen Ende Juni und Anfang Juli erwartet. Während der Anhörung zeigten sich die Richterinnen und Richter jedoch skeptisch, was die Argumente der Regierung anging.