Post: Weniger Postfilialen in Sachsen – Beschwerden nehmen zu

Datum24.04.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Sachsen gab es einen Rückgang von 9% bei Postfilialen seit 2016, während Beschwerden um 59% zunahmen. Die Bundesregierung sieht die Einhaltung gesetzlicher Standards trotz teilweiser Schließungen und Ersatz durch Automaten gewährleistet. Die Linke kritisiert die Entwicklung, die besonders ländliche Gebiete und ältere Menschen benachteiligt, und führt sie auf die Privatisierung und Gewinnorientierung zurück.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Post“. Lesen Sie jetzt „Weniger Postfilialen in Sachsen – Beschwerden nehmen zu“. In Sachsen ist die Zahl der Postfilialen in den vergangenen Jahren gesunken, während die Zahl der Beschwerden über Postdienstleistungen deutlich zugenommen hat. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervorgeht, verringerte sich die Zahl der Postfilialen im Freistaat von 757 im Jahr 2016 auf 685 im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund neun Prozent. Zugleich stieg die Zahl der Beschwerden über Postdienstleistungen aus Sachsen von 871 im Jahr 2023 auf 1.386 im Jahr 2025 – ein Plus von gut 59 Prozent.  Die Zahlen stammen aus Angaben der Bundesnetzagentur. Demnach sind bundesweit seit 2016 rund 630 sogenannte Universaldienstfilialen geschlossen worden, verbunden mit einem Abbau von etwa 46.000 Arbeitsplätzen, heißt es in der Antwort weiter. Den stärksten Rückgang gab es in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat den Zahlen zufolge seit 2016 mehr als jede sechste Filiale die Türen geschlossen.  Der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (Linke) sieht als Ursache die Privatisierung des ehemaligen Staatsbetriebs vor gut 30 Jahren: "Zum Wohle der Aktionäre werden sukzessive Filialen auf dem Land geschlossen und wenn überhaupt, mit Automaten ersetzt." Pellmann sieht vor allem ältere Menschen im Nachteil "Für eine Briefmarke müssen sie jetzt Kilometer über das Land fahren." Die Bundesregierung sieht die Einhaltung gesetzlicher Standards beim Postservice trotz der Entwicklung nicht gefährdet: So müssen bundesweit mindestens 12.000 sogenannte Universaldienstfilialen existieren, die sämtliche Postdienstleistungen anbieten. In Gemeinden und Wohngebieten mit mehr als 2.000 Einwohnern braucht es mindestens eine Filiale. Den Zahlen zufolge waren es 2025 zuletzt 12.393. Zugleich verweist die Bundesregierung darauf, dass die Gesamtzahl von Filialen und Paketshops aller Anbieter seit 2018 zugenommen und zuletzt bei über 60.000 gelegen habe. Hinzu kämen fast 20.000 Paketstationen aller am Markt tätigen Anbieter, heißt es weiter. Die Deutsche Post setzt für ihr Filialnetz zunehmend auf automatisierte Standorte. Möglich ist das durch das eine seit Anfang vergangenen Jahres geltende, neue gesetzliche Regelung. Nach Zustimmung der Bundesnetzagentur können seitdem klassische Filialen durch automatisierte Stationen ersetzt werden. Ende 2025 betrieb das Unternehmen bundesweit 89 solcher Stationen, die als Ersatz für klassische Filialen zugelassen wurden, drei davon befinden sich in Sachsen. © dpa-infocom, dpa:260424-930-986049/1