Israel gegen Hisbollah: Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe im Libanon

Datum24.04.2026 01:34

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump verkündet eine dreiwöchige Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Diese brüchige Feuerpause wäre am Sonntag abgelaufen. Trump betont die Unterstützung der USA für den Libanon zur Abwehr der Hisbollah und plant Treffen mit den Präsidenten beider Länder. Trotz der Verlängerung kommt es zu vereinzelten Gewaltvorfällen, und die Hisbollah lehnt Verhandlungen ab. Der Konflikt steht im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran, dessen wichtigster Unterstützer die Hisbollah ist.

InhaltDie aktuelle, brüchige Feuerpause wäre am Sonntag abgelaufen. Nun erklärt Donald Trump: Für weitere drei Wochen sollen im Libanon die Waffen schweigen. Von der Hisbollah gibt es bisher keine Reaktion. Die Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Sie hatte nach Verkündung der ersten Waffenruhe offengehalten, ob sie sich daran halten werde. "Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen", sagte Trump. Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Das Treffen im Weißen Haus bezeichnete er als historisch. Seinen Angaben zufolge hatten neben Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio auch die US-Botschafter in Israel und im Libanon sowie ranghohe Vertreter Israels und des Libanons teilgenommen. Seit Beginn der Waffenruhe gibt es immer wieder gewaltsame Vorfälle im Libanon. In der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung heißt es, Israel solle zwar "offensive" Einsätze gegen Ziele im Libanon unterlassen. Das Land darf sich demnach aber gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen. Israel hat im Südlibanon nach eigenen Angaben eine sogenannte Sicherheitszone eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung ihres Staatsgebiets. Ungeachtet der Gespräche in Washington feuerte die Hisbollah erneut Raketen auf den Norden Israels ab. "Zur Verteidigung des Libanons und seines Volkes und als Reaktion auf die Verletzung der Waffenruhe durch den israelischen Feind und seinen Angriff auf die Stadt Jater im Süden des Libanons" sei "die Siedlung Schtula mit einer Raketen-Salve ins Visier genommen" worden, teilte die Miliz mit. Die Hisbollah spricht Vertretern der libanesischen Regierung das Recht ab, mit Israel Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe zu führen. Direkte Verhandlungen bedeuteten laut der Miliz die Anerkennung eines Feindes, "der unsere Menschen tötet". Das Ziel Israels bestehe darin, der Hisbollah die Waffen zu nehmen. Bereits in der vergangenen Woche hatte es in Washington direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon gegeben: Deren Botschafter in den USA kamen im US-Außenministerium zu Gesprächen zusammen – das erste Treffen dieser Art seit Jahrzehnten. Der Libanon will den Einfluss der Hisbollah im Land aber eindämmen und ist auch keine aktive Konfliktpartei im Krieg der Miliz mit Israel. Libanons Regierung hat den Druck auf die Hisbollah erhöht. Israel strebt nach Worten Netanyahus ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an sowie eine Entwaffnung der Hisbollah. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit anderthalb Jahren im südlichen Libanon stationiert – bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich. Der Krieg im Libanon hängt eng mit dem Irankrieg zusammen, weil Iran der wichtigste Unterstützer der Hisbollah ist und diese auch im Interesse von oder auf Weisung aus Teheran handelt. Auch im Irankrieg hat Trump kürzlich eine geltende Waffenruhe kurz vor dem Ablaufen einseitig verlängert. Die Waffen sollen demnach schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt, wie Trump mitteilte. Iran äußerte sich bisher nicht dazu. Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar liefern sich auch die Hisbollah und das israelische Militär eine erneute schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel. Dabei gab es dort mehrere Tote. Die israelische Luftwaffe reagierte mit massiven Luftangriffen, bei denen mehr als 2000 Menschen getötet und etwa 1,2 Millionen vertrieben wurden. Das israelische Militär verstärkte zudem seine Präsenz im Südlibanon und rückte dort mit seinen Bodentruppen auch weiter vor, um laut eigenen Angaben gegen die Hisbollah vorzugehen. Nach mehr als zwei Jahren Krieg an etlichen Fronten ist Israels Premier Benjamin Netanyahu weit entfernt von dem versprochenen "totalen Sieg". Nun geht auch noch Donald Trump auf Distanz. Mehr dazu hier .