Datum24.04.2026 00:57
Quellewww.zeit.de
TLDRDeutschland bietet dem Iran Sanktionslockerungen an, sollte dieser die Straße von Hormus dauerhaft und gebührenfrei für den Ölhandel öffnen. Eine andauernde Blockade würde zu weiteren Strafmaßnahmen führen. Deutschland fordert vom Iran die Einstellung seines Atomprogramms und die Beendigung von Bedrohungen gegen Nachbarstaaten. Nach einem Kriegsende will Deutschland zur Sicherung der freien Schifffahrt beitragen. Die Bundesregierung begrüßt die jüngste Waffenruhe.
InhaltDeutschland macht dem Iran ein Angebot: Sollte das Land die für den Ölhandel wichtige Meerenge dauerhaft und "ohne Gebühren" öffnen, könnten Sanktionen fallen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem Iran im Gegenzug für eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus eine Lockerung von Sanktionen in Aussicht gestellt. Bei einer anhaltenden Blockade würde Deutschland hingegen weitere Strafmaßnahmen erwägen. Das teilte das Bundespresseamt am Donnerstagabend mit. Der Iran sei jetzt aufgefordert, "sein militärisches Atomprogramm einzustellen und Israel sowie andere Nachbarstaaten nicht länger zu bedrohen". Die Straße von Hormus müsse "dauerhaft, zuverlässig und ohne Einschränkungen oder Gebühren geöffnet werden", forderte die Bundesregierung. Gelinge eine umfassende Übereinkunft, "ist die Bundesregierung bereit, mit ihren Partnern schrittweise bestehende restriktive Maßnahmen zu lockern". Blockiere der Iran dagegen weiterhin die Straße von Hormus, stehe die Bundesregierung "bereit, zusätzliche Sanktionen zu erörtern". Zudem kündigte Merz an, nach einem möglichen Kriegsende die Meerenge für die Schifffahrt zu sichern. Sobald "ein anhaltendes Ende der Kampfhandlungen" erreicht sei, wären die Bundesregierung und ihre Partner bereit, "im Einklang mit internationalem Recht sowie unter Einhaltung nationaler Verfahren zur freien Schifffahrt in der Straße von Hormus beizutragen", heißt es in der Erklärung. Durch die Straße von Hormus verkehrt normalerweise ein Fünftel der weltweiten Ölfrachtschifffahrt. Die Bundesregierung begrüßt die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend auf unbestimmte Zeit verlängert hat. Am Donnerstag verkündete Trump zudem eine Verlängerung der brüchigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon um weitere drei Wochen. Deutschland wirke weiter auf diplomatischem Weg darauf hin, dass der Krieg im Libanon zu einem dauerhaften Ende komme, schreibt die Bundesregierung. Verfolgen Sie aktuelle Ereignisse zu den Iranverhandlungen in unserem Liveblog.