Bundestag hebt Immunität von Gökay Akbulut (Die Linke) und Hannes Gnauck (AfD) auf

Datum23.04.2026 21:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Bundestag hob die Immunität der Abgeordneten Gökay Akbulut (Die Linke) und Hannes Gnauck (AfD) auf. Bei Gnauck geht es um ein Verfahren aus seiner Bundeswehr-Zeit, bei dem ihm die Verletzung von Dienstpflichten und die Nähe zur rechtsextremen "Jungen Alternative" vorgeworfen werden. Bei Akbulut ist ein Strafverfahren wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung anhängig. Beide Abgeordneten wurden bereits zuvor ihre Immunität entzogen.

InhaltAbgeordnete sind vor Strafverfolgung geschützt, doch der Bundestag hebt nun die Immunität von Hannes Gnauck und Gökay Akbulut auf. Bei dem AfD-Politiker geht es auch um die als rechtsextrem eingestufte frühere Jugendorganisation Junge Alternative. Abgeordnete des Bundestags genießen parlamentarische Immunität, die sie vor Strafverfolgung schützt. Der Bundestag hat nun die Immunität des AfD-Abgeordneten Hannes Gnauck und der Linke-Politikerin Gökay Akbulut aufgehoben. Das Parlament stimmte einstimmig für entsprechende Beschlussempfehlungen des Immunitätsausschusses . Beim Brandenburger AfD-Politiker Gnauck genehmigte der Bundestag die Durchführung eines gerichtlichen Disziplinarverfahrens. Es geht um ein Verfahren aus seiner Bundeswehr-Zeit, wie Gnauck auf dem Portal X bekannt machte. Im Fall der baden-württembergischen Abgeordneten Akbulut genehmigte der Bundestag die Durchführung eines Strafverfahrens gegen die Abgeordnete. Worum es dabei geht, blieb zunächst unklar. Gnauck war von 2014 bis 2021 Soldat auf Zeit. Laut einem von dem Abgeordneten auf X verbreiteten Dokument  wird ihm vorgeworfen, seine Dienstpflichten verletzt zu haben. Im Mai 2024 hob der Bundestag seine Immunität auf, nach SPIEGEL-Informationen ging es damals um das alte MAD-Verfahren wegen mangelnder Verfassungstreue. Es war bekannt geworden, dass der Militärische Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr den früheren Soldaten als "Extremisten" eingestuft hatte. Unter anderem, weil er für die damalige AfD-Jugendorganisation Junge Alternative aktiv war, nachdem diese vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus eingestuft worden war. Demnach werden ihm auch Sympathiebekundungen auf Facebook für die AfD Brandenburg und den später aufgelösten "Flügel" um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke vorgehalten, die damals ebenfalls als Verdachtsfall eingestuft wurden. Gnauck zeigte sich in einem auf X verbreiteten Video  überzeugt, dass das Verfahren am Ende eingestellt werden wird. "Denn ich bin der festen Überzeugung, dass man keine disziplinarrechtliche Würdigung erfahren sollte, nur weil man die demokratische, größte Opposition im Deutschen Bundestag liked bei Facebook oder die dazugehörige Jugendorganisation." Vor zwei Jahren – in der vorherigen Legislaturperiode – war Gnauck im Zusammenhang mit den Vorwürfen schon einmal die Immunität entzogen worden. Auch für Akbulut ist es nicht das erste Mal: Schon vergangenes Jahr wurde die Immunität der Linkenpolitikerin einmal aufgehoben: Nach einem Vorfall Ende Januar 2025 wurde gegen Akbulut wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Sie soll in einem Zug von Heidelberg nach Stuttgart eine Flasche in Richtung eines Mitreisenden geworfen haben. Die Abgeordnete hatte auf ihrem Instagram-Kanal berichtet, sie sei selbst von einem Mann mit einer Bierflasche beworfen sowie rassistisch beleidigt und sexuell belästigt worden.