Katholische Kirche: Papst kritisiert Segnung homosexueller Paare

Datum23.04.2026 21:44

Quellewww.zeit.de

TLDRPapst Leo XIV. missbilligt die Segnung homosexueller Paare in der katholischen Kirche in Deutschland. Er widerspricht damit der Deutschen Bischofskonferenz und seinem Vorgänger, Franziskus, der begrenzte Segnungen erlaubte. Der Papst betont, dass nicht die Sexualmoral, sondern Themen wie Gerechtigkeit und Freiheit die Kirche einen sollten und kritisiert die Fokussierung auf Segnungen homosexueller Paare als spaltend.

InhaltPapst Leo XIV. hat die Segnung homosexueller Paare durch die katholische Kirche missbilligt. Er widerspricht damit der Deutschen Bischofskonferenz und seinem Vorgänger. Papst Leo XIV. hat sich kritisch zur Segnung homosexueller Paare durch die katholische Kirche in Deutschland geäußert. "Der Heilige Stuhl hat mit den deutschen Bischöfen schon gesprochen", sagte das Kirchenoberhaupt auf dem Rückflug von seiner Afrika-Reise nach Rom. Der Heilige Stuhl sei mit der formalisierten Segnung von homosexueller Paaren oder "Paaren in irregulärer Situation nicht einverstanden". Leo reagierte mit seiner Äußerung auf den früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der kürzlich in seinem Bistum München und Freising die Segnung homosexueller Paare zugelassen hatte. Grundlage dafür ist eine Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken aus dem vergangenen Jahr. Der inzwischen verstorbene Papst Franziskus hatte Segnungen homosexueller Paare Ende 2023 mit Einschränkungen erlaubt. So dürfe die Segnung nicht im Rahmen eines förmlichen Gottesdienstes stattfinden, die Eheschließung sei weiterhin "Mann und Frau" vorbehalten. Sein Nachfolger steht dem kritisch gegenüber. "Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass sich die Einheit oder Spaltung der Kirche nicht um Fragen der Sexualität drehen sollte. Wir haben eine Tendenz zu denken, dass die Kirche, wenn sie von Moral spricht, nur von Sexualmoral spricht", sagte der Papst zu mitreisenden Journalisten auf dem Heimflug aus Äquatorialguinea. "In Wirklichkeit, glaube ich, gibt es viel größere und wichtigere Themen wie Justiz, Gleichberechtigung, Freiheit von Mann und Frau, Freiheit der Religion." "Franziskus' berühmt-berüchtigte Formulierung ›tutti, tutti, tutti‹ ("alle, alle, alle") ist ein Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen sind, dass alle eingeladen sind, Jesus zu folgen und sich zum Glauben zu bekehren. Wenn man darüber hinaus geht, denke ich, ist das ein Thema, das eher für Uneinigkeit sorgen kann als für Einigkeit", sagte Papst Leo XIV. Insbesondere die katholische Kirche in afrikanischen Ländern lehnt die Segnung homosexueller Paare ab.