Warner-Aktionäre stimmen Kauf durch Paramount zu

Datum23.04.2026 18:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRWarner-Aktionäre stimmten der Übernahme durch Paramount zu, einem Deal im Wert von 110 Milliarden Dollar. Paramount setzte sich damit gegen Netflix durch. Regulierungsbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Die Übernahme ist Teil von Paramounts Strategie, in Hollywood an Bedeutung zu gewinnen. Bedenken hinsichtlich der redaktionellen Unabhängigkeit von CNN unter der neuen Führung bestehen.

InhaltNach einem langen Bieten um das Medienunternehmen Warner geht Paramount als Gewinner hervor. Nun haben auch Warners Anteilseigner ihren Segen gegeben. Der Deal ist damit aber noch nicht durch. Die Anteilseigner des Medienriesen Warner Bros. Discovery haben der Übernahme durch den Hollywood-Rivalen Paramount zugestimmt. Der etwa 110 Milliarden Dollar schwere Deal nimmt damit eine wichtige Hürde, die Freigabe durch Regulierungsbehörden steht aber noch aus. Nach vorläufiger Auszählung sei die Transaktion mit "überwältigender" Mehrheit gebilligt worden, heißt es vom Warner-Konzern. Die Zustimmung galt bereits als sicher. Ursprünglich wollte Netflix das Studio- und Streaminggeschäft von Warner kaufen. Paramount stach den Streaming-Marktführer jedoch aus, mit einem höheren Angebot für das gesamte Unternehmen samt den Fernsehsendern wie CNN. Paramount, das im vergangenen Jahr von der Familie des Techmilliardärs Larry Ellison übernommen wurde, besserte das Gebot für den Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie nach. Der Warner-Verwaltungsrat entschied danach, dass das Angebot der zuvor bereits angenommenen Offerte von Netflix überlegen ist. Netflix wollte nicht mehr nachlegen. Paramount wird von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison geführt. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören derweil unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie "Harry Potter" sowie ein starkes Streaminggeschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO. In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal den Besitzer wechselt. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Unbegründet ist die Sorge nicht: Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons teilweise einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.