Hannover Messe: Maschmeyer: Jedes Unternehmen muss ein KI-Unternehmen sein

Datum23.04.2026 17:12

Quellewww.zeit.de

TLDRAuf der Hannover Messe sprach sich Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer für eine stärkere KI-Nutzung in der Industrie aus. Er betont, dass jedes Unternehmen ein KI-Unternehmen werden müsse, um die Datenmengen zu nutzen und eine "Evolution made in Germany" zu schaffen. Trotz guter Voraussetzungen in Deutschland, wie starker Industrie und Ingenieurkompetenz, sieht er bei Investitionen Vorteile in den USA aufgrund europäischer Datenschutzregeln. Maschmeyer plädiert zudem für eine engere Zusammenarbeit zwischen Großunternehmen und Start-ups, um Innovationen voranzutreiben.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hannover Messe“. Lesen Sie jetzt „Maschmeyer: Jedes Unternehmen muss ein KI-Unternehmen sein“. Der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer (66) wirbt für einen deutlich stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie. Jedes Unternehmen müsse ein KI-Unternehmen sein, sagte er auf der Hannover Messe. Das gelte für Maschinenbauer, Hidden Champions, Marktführer, Zulieferer und erst recht für Start-ups.  Deutschland habe dafür gute Voraussetzungen, sagte Maschmeyer. Das Land verfüge über eine starke industrielle Basis und über gewachsene Ingenieurkompetenz – "auch wenn die Regierung und die Bürokratie versuchen, das abzuschaffen". Die Maschinen der Unternehmen generierten täglich riesige Datenmengen. Dieser Datenschatz müsse gehoben werden und sei die Chance, "dass aus einer KI-Revolution weltweit eine Evolution made in Germany entsteht".  Kurz versuchte sich der aus der Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" bekannte Unternehmer als Dichter: "Reimt sich auch: Industrie mit KI." In der industriellen Anwendung sei Deutschland besser als viele denken, sagte er. Bei Investitionen sieht er jedoch Vorteile in den USA: Hätte er die Wahl zwischen einem europäischen und einem US-Start-up mit ähnlichem Geschäftsmodell, würde er sich für ein Unternehmen in den USA entscheiden. Als Gründe nannte er strengere Datenschutzregeln und die europäische KI-Verordnung.  Zugleich plädierte Maschmeyer für eine engere Zusammenarbeit etablierter Industriekonzerne mit jungen Firmen. "Große Industrietanker sind oft zu schwerfällig unterwegs. Und genau hier bietet es sich an, diese kleinen Schnellboote dazuzunehmen." Diese dürften dann aber nicht in bestehende Strukturen gepresst werden. "Das ist genauso langsam wie der Laden vorher."  In Start-ups müssten andere Arbeitsweisen möglich sein, sagte Maschmeyer. Mitarbeitende sollten sich etwa "verrückter anziehen" und auch später mit der Arbeit beginnen dürfen. "Die programmieren ja lieber nachts." Etablierte Unternehmen könnten davon auf mehreren Wegen profitieren – als Kunden, als Investoren und durch gemeinsame Innovationsprozesse. Gerade in Deutschland gebe es "ganz tolle KI-Start-ups", die bestehende Strukturen optimieren könnten. © dpa-infocom, dpa:260423-930-984947/1