Arbeitsunfall von Runkel: Schwefelwasserstoff - hochgiftig und heimtückisch

Datum23.04.2026 16:35

Quellewww.zeit.de

TLDRBeim tödlichen Arbeitsunfall in Runkel wurde eine Vergiftung mit hochgiftigem Schwefelwasserstoff (H2S) als Todesursache ermittelt. Das Gas riecht nach faulen Eiern, doch bei höheren Konzentrationen versagt die Geruchswarnung, was besonders heimtückisch ist. Gefährliche Konzentrationen können sich z.B. in Frachtcontainern bilden. H2S kann schnell zu Atemlähmung und Herzversagen führen. Sauerstoffzufuhr und Reanimationsmaßnahmen sind bei Verdacht entscheidend.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Arbeitsunfall von Runkel“. Lesen Sie jetzt „Schwefelwasserstoff - hochgiftig und heimtückisch“. Nach dem tödlichen Arbeitsunfall im hessischen Runkel hat sich eine Vergiftung mit Schwefelwasserstoff als hauptsächliche Todesursache herausgestellt. Das hochgiftige und brennbare Gas mit der chemischen Formel H2S ist am typischen Geruch nach faulen Eiern erkennbar. Sein Giftigkeitsgrad wird als ähnlich dem der Blausäure beschrieben. Vom Menschen wird es hauptsächlich über die Atmung aufgenommen.  Sein unangenehmer Geruch stellt nach Angaben des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) einerseits eine gute Warnung vor Schwefelwasserstoff dar. Besonders heimtückisch ist jedoch, dass diese Warnwirkung bei höheren Konzentrationen entfällt - das Gas lähmt den Geruchssinn, wodurch eine erhebliche Vergiftungsgefahr bestehe. Zur Bildung von Schwefelwasserstoff in gefährlichen Konzentrationen kann es laut IFA etwa in Frachtcontainern infolge der Zersetzung tierischer Produkte kommen. Wird die Geruchswahrnehmung von Schwefelwasserstoff stärker, kann Übelkeit, eine Reizung der Atemwege und der Augen sowie Schwindelgefühl einhergehen. In hoher Konzentration ab etwa 1.000 Milliliter des Gases in einem Kubikmeter Luft kann Schwefelwasserstoff laut IFA innerhalb von Sekunden bis Minuten zu Kollaps, Bewusstlosigkeit, Atemlähmung und Herzversagen führen.  Auch wenn nur ein Vergiftungsverdacht bestehe, sei Sauerstoffzufuhr in jedem Fall die wichtigste Maßnahme, bei sehr schwerer Intoxikation seien zudem sofortige Reanimationsmaßnahmen erforderlich. Auch eine sofortige intensive Überwachung der Lungen- und Herz-Kreislauf-Funktion sowie der Funktionen des Zentralen Nervensystems sei "bei jedem Intoxikationsverdacht" angezeigt. © dpa-infocom, dpa:260423-930-984722/1