Datum23.04.2026 16:10
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer russische Flüssigerdgastanker "Arctic Metagaz" treibt nach einer gescheiterten Abschleppmission führerlos im Mittelmeer. Das Schiff war nach mutmaßlichen Drohnenangriffen im März in Brand geraten, die Besatzung wurde gerettet. Libysche Behörden melden, das Schiff sei außer Kontrolle, und warnen vor einer möglichen Umweltkatastrophe angesichts der Ladung von Flüssiggas und Diesel. Zuvor gescheiterte Bergungsversuche sowie unklare Zukunftsaussichten verschärfen die Situation.
InhaltDer russische Flüssigerdgastanker "Arctic Metagaz" schwimmt seit mehr als einem Monat führerlos im Mittelmeer. Jetzt ist eine weitere Abschleppmission gescheitert. Im Mittelmeer treibt weiter ein manövrierunfähiger russischer Flüssigerdgastanker . Am Mittwoch scheiterte ein Versuch, die "Arctic Metagaz" abzuschleppen. Laut der libyschen Hafen- und Seefahrtbehörde riss ein Kabel wegen schlechter Wetterbedingungen. Das russische Gastankschiff sei "komplett außer Kontrolle" und treibe nördlich der Küstenstadt Bengasi auf offener See. Die "Arctic Metagaz" war Anfang März vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten . Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Kyjiw hat den Vorfall offiziell nicht kommentiert. Die 30-köpfige Besatzung wurde gerettet. Das Schiff ist seitdem führerlos. Zuvor war bereits eine Abschleppoperation wegen schlechter Wetterbedingungen gescheitert. Zwischenzeitlich hieß es, das Geisterschiff treibe auf Malta zu. Den Kurs bestimmen längst Meeresströmungen und Windrichtung. Der Tanker hat Flüssiggas und Diesel geladen, bei einem Leck oder größerem Schaden könnte eine Umweltkatastrophe im Mittelmeer drohen. Schiffe in der Gegend wurden aufgerufen, das Gebiet mit äußerster Vorsicht zu durchfahren und einen Abstand von mindestens fünf Seemeilen zum Tankschiff einzuhalten. Wer ein Gasleck, Rauch oder eine Änderung beim Auftrieb des Schiffs bemerkt, soll dies sofort melden. Das 277 Meter lange und 43 Meter breite Schiff wurde vor 23 Jahren als "Berge Everett" für eine norwegische Firma gebaut. In vier riesigen Tanks in ihrem Inneren kann sie Erdgas transportieren, das dazu auf etwa -162 Grad Celsius heruntergekühlt wird. So wird es flüssig und lässt sich als LNG platzsparend verschiffen. Das Gas an Bord der "Arctic Metagaz" war viele Millionen Euro wert. Für eine kurze Zeit war der libysche Seenotrettungsdienst davon ausgegangen, dass das Schiff gesunken ist. Diese Information war aber offenkundig falsch. Wie es jetzt mit der "Arctic Metagaz" weitergehen soll, ist nicht klar. In einem SPIEGEL-Interview erklärt die Bergungsingenieurin Sylvia Tervoort-ter Haar die Optionen. Das ganze Gespräch lesen Sie hier .