Landessynode: Landesbischof warnt vor AfD-Programm: Sorge um Demokratie

Datum23.04.2026 13:33

Quellewww.zeit.de

TLDRLandesbischof Friedrich Kramer warnte auf der Landessynode der EKM vor dem AfD-Wahlprogramm, das eine illiberale Demokratie anstrebe. Er forderte verstärkte Aufklärung in Kirchengemeinden und mehr Schutzangebote für Bedrohte. Die Kirche rechnet zudem mit einem beschleunigten Mitgliederrückgang und sinkenden Einnahmen bis 2045, was Ausgabenkürzungen unvermeidlich macht. Die Landessynode tagt in Erfurt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landessynode“. Lesen Sie jetzt „Landesbischof warnt vor AfD-Programm: Sorge um Demokratie“. Mit Blick auf das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt hat der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer zu verstärkter Aufklärung in den Kirchengemeinden aufgerufen. Es müsse deutlich gemacht werden, was eine Umsetzung der politischen Vorhaben der AfD für Gesellschaft und Kirche bedeuten würde, sagte Kramer zum Auftakt der Frühjahrstagung der Landessynode der Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Erfurt. "Das AfD-Regierungsprogramm zeigt klar, dass es ihnen um eine andere Demokratie geht, nämlich um eine illiberale und autoritäre Demokratie, wie wir sie momentan in den USA sehen können."  Zugleich sprach sich Kramer für mehr Beratungs- und Schutzangebote für Menschen aus, die Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt seien. Die bevorstehende Landtagswahl im September in Sachsen-Anhalt werde innerhalb der Kirche intensiv diskutiert, sagte der Landesbischof. Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche hätten das AfD-Wahlprogramm als Angriff auf die offene Gesellschaft und den sozialen Frieden bewertet. Der Bischof verwies darauf, dass es zahlreiche Initiativen von Kirche, Diakonie und Zivilgesellschaft zur Stärkung des demokratischen Miteinanders gebe. Auch finanzielle Entwicklungen sprach Kramer an: Die Kirche rechnet bis 2045 mit einem beschleunigten Mitgliederrückgang von jährlich rund 4,5 Prozent. Demnach gäbe es in den nächsten fünf Jahren etwa fünf Prozent weniger Einnahmen, also einen Rückgang von 217 auf 207 Millionen Euro. Einschnitte auf der Ausgabenseite würden unausweichlich, um die gestiegenen Personalkosten zu bewältigen und weiterhin in die Rücklage für Versorgung und Beihilfe einzahlen zu können. Die dreitägige Tagung der Landessynode hatte am Morgen in Erfurt mit einem Gottesdienst begonnen. Das Kirchenparlament kommt in der Regel zweimal jährlich zusammen und entscheidet unter anderem über Gesetze und den Haushalt der Landeskirche. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland umfasst Gebiete in Thüringen und Sachsen‑Anhalt. © dpa-infocom, dpa:260423-930-983453/1