Datum23.04.2026 13:39
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Landesschiedsgericht der AfD NRW verhandelt über den Parteiausschluss von Alexander Eichwald. Dieser fiel Ende November durch eine Rede im Stil Adolf Hitlers auf, die er bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" hielt. Der AfD-Kreisverband Herford beantragte den Ausschluss wegen parteischädigenden Verhaltens. Eichwald weist die Vorwürfe zurück und will trotz eines möglichen Ausschlusses Mitglied der Partei bleiben.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Parteiausschlussverfahren“. Lesen Sie jetzt „Nach umstrittener Rede: AfD-Mitglied Eichwald droht Rauswurf“. Das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen verhandelt am Samstag über das Parteiausschlussverfahren gegen das umstrittene Mitglied Alexander Eichwald. Dieser hatte Ende November beim AfD-Jugendkongress in Gießen mit einer Rede im Stil von Adolf Hitler für Aufsehen gesorgt. Nach der Verhandlung des Schiedsgerichts dürfte feststehen, ob Eichwald aus der Partei ausgeschlossen werde oder nicht, sagte ein Parteisprecher auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet. Beantragt hatte den Parteiausschluss Eichwalds der zuständige AfD-Kreisverband Herford in Ostwestfalen. Als Begründung hatte der Kreisverband schweres parteischädigendes Verhalten genannt. In einem Video erklärte Eichwald nun: "Ich bin weiterhin Mitglied der AfD und beabsichtige, es weiterhin zu bleiben." Sollte das Landesschiedsgericht den Ausschluss Eichwalds beschließen, steht ihm nach Parteiangaben noch der Rechtsweg zum Bundesschiedsgericht der AfD offen. Eichwald hatte sich Ende November bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) in Gießen für einen Vorstandsposten beworben. In seiner Bewerbungsrede fuchtelte er mit dem Finger, sprach mit rollendem "R" und rief in den Saal: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam" und "es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen". Der Auftritt erinnerte in Ton und Stil an NS-Reichskanzler Adolf Hitler. AfD-intern und im Netz kam eine Diskussion darüber auf, ob das eine gezielte Aktion war. Das wies Eichwald in seinem halbstündigen Video mit teils wirr klingenden Passagen zurück: "Ich wurde von keinem eingeschleust und habe exakt null Euro und null Cent für das Halten meiner Rede bekommen", sagte er. Auch in seiner Stellungnahme zum Herforder Antrag auf Parteiausschluss wies Eichwald die Vorwürfe zurück. Sein Handeln sei "stets von aufrichtigem Engagement" für die Ziele der AfD geprägt gewesen und entspreche den Werten der Partei, schrieb Eichwald. Die AfD in Herford hatte Eichwald nach dem Auftritt aus ihrer Fraktion im dortigen Stadtrat geworfen und das Parteiausschlussverfahren vorbereitet. Nach früheren Angaben des Bielefelder AfD-Bundestagsabgeordneten Maximilian Kneller war Eichwald im November erst seit ein paar Wochen in der AfD. Kaum jemand habe ihn gekannt. Eichwald habe sich bis zu seinem Auftritt unauffällig verhalten. Das spreche dafür, dass sein Auftritt in Gießen eine Aktion gewesen sei. © dpa-infocom, dpa:260423-930-983483/1