Musikschulen: Musikschulen: Bis 2035 fehlen 10.700 Lehrkräfte

Datum23.04.2026 13:01

Quellewww.zeit.de

TLDRDeutschlands Musikschulen kämpfen mit einem dramatischen Lehrkräftemangel. Bis 2035 drohen 10.700 Stellen unbesetzt zu bleiben, da geschätzt 14.000 Lehrkräfte ausscheiden und nur etwa 4.000 Absolventen nachrücken. Dies könnte die musikalische Bildung für eine halbe Million junge Menschen gefährden. Der Verband fordert bessere Vergütung, soziale Absicherung und eine gerechtere Finanzierung durch Kommunen, Länder und Eltern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Musikschulen“. Lesen Sie jetzt „Musikschulen: Bis 2035 fehlen 10.700 Lehrkräfte“. Die Musikschulen in Deutschland schlagen angesichts einer sich weiter verschärfenden Personalnot Alarm. Der Fachkräftemangel sei dramatisch und ein Warnsignal für die musikalische Bildung, sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes deutscher Musikschulen, Friedrich-Koh Dolge vor Beginn der Bundesversammlung in Erfurt.  Bis 2035 scheiden laut dem Verband rund 14.000 Lehrkräfte an den bundesweit rund 930 öffentlichen, zumeist kommunalen Musikschulen aus. Das sind knapp 38 Prozent der derzeit fast 37.000 Fachlehrkräfte. Für die Ruheständler rückten aber nur etwa 4.000 neue Absolventen nach. Das hieße, das künftig etwa 10.700 Stellen unbesetzt blieben und damit eine halbe Million Kinder und Jugendliche theoretisch nicht mehr mit musikalischer Bildung versorgt werden könnte, warnte Dolge. Die Musikschulen seien keine beliebige freiwillige Leistung, sondern unverzichtbare Orte für Bildung, Kultur und Teilhabe, betonte der Bundesvorsitzende. Um den Personalmangel wirksam zu begegnen, brauche es eine angemessene Vergütung, soziale Absicherung und mehr Sichtbarkeit des Berufs. Zugleich warb Dolge für eine gerechtere und verlässliche Lastenverteilung: Kommunen, Länder und Eltern sollten die Finanzierung zu jeweils einem Drittel übernehmen. Derzeit trügen die Kommunen mit im Schnitt rund 45 Prozent den Löwenanteil. Nach Verbandsangaben werden gegenwärtig mehr als 1,4 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene im gesamten Spektrum des Musizierens unterrichtet. Die Nachfrage sei groß - 110.000 Interessenten stünden bundesweit auf Wartelisten. Zugleich hätten zahlreiche Musikschulen erhebliche Schwierigkeiten, Stellen nachzubesetzen. Das gelte insbesondere für den ländlichen Raum und führe dazu, dass etwa in Thüringen Unterricht beispielsweise für Orchesterinstrumente oder Querflöte nicht gegeben werden könne. Daher müsse im Freistaat auch über Zusammenlegungen von Musikschulen nachgedacht werden. © dpa-infocom, dpa:260423-930-983326/1