Datum23.04.2026 13:03
Quellewww.spiegel.de
TLDRRitter Sport streicht über 10 % der Verwaltungsstellen (ca. 70 Jobs) in seiner Zentrale aufgrund hoher Kosten für Energie, Logistik und Kakao sowie Kaufzurückhaltung der Konsumenten. Trotz gestiegenen Umsatzes 2025 rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen, da Kostensteigerungen nicht kompensiert werden konnten. Dies ist der erste Stellenabbau in der 110-jährigen Firmengeschichte.
InhaltKrise beim beliebten Schokoladenhersteller Ritter Sport: Jede zehnte Verwaltungsstelle soll wegfallen. Dabei war der Umsatz zuletzt gestiegen. Es ist das erste Mal in der 110-jährigen Unternehmensgeschichte: Der Schokoladenhersteller Ritter hat mitgeteilt, aufgrund der wirtschaftlichen Lage Stellen abbauen zu müssen. Das berichtete zunächst die "Lebensmittelzeitung" . Etwa 70 Stellen sollen in der Verwaltung in der Zentrale in Waldenbuch bei Stuttgart gekürzt werden, teilt das Management hinter der Marke Ritter Sport mit. Das entspricht etwas mehr als 10 Prozent der Verwaltungsstellen. Betrieblich bedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden. Grund dafür sind den Angaben zufolge hohe Kosten für Energie, Logistik und Kakao. Außerdem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren, heißt es von Ritter. Die könnte auch an teureren Preisen liegen: Eine Tafel Schokolade war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im März 2026 im Schnitt 71 Prozent teurer als 2020. Die Ursache für die steigenden Kakaopreise waren befürchtete Ernteausfälle in Westafrika infolge von Pflanzenkrankheiten und Extremwetter. Zuletzt sind Rohkakaopreise allerdings wegen besserer Ernte an den Börsen wieder stark gefallen . Verschiedene Hersteller haben daraufhin ihre Preise gesenkt. Der Umsatz der Firma Ritter war im vergangenen Jahr 2025 zwar gestiegen: Er kletterte vergangenes Jahr um rund 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro – nach 605 Millionen Euro 2024. Es handelt sich um vorläufige und um Wechselkurseffekte bereinigte Zahlen. Trotzdem ist das Unternehmen in die roten Zahlen gerutscht. Das Umsatzplus habe die "massiven Kostensteigerungen" entlang der gesamten Wertschöpfungskette nicht kompensieren können. Für den Hersteller arbeiteten zuletzt rund 1900 Menschen weltweit. In Waldenbuch waren es rund 1000 Menschen, davon etwas mehr als 600 in der Verwaltung, wie ein Sprecher mitteilt. Wie sich Ritter Sport mit einer ungewöhnlichen Allianz gegen die steigenden Rohstoffpreise wappnen will, lesen Sie hier.