Asiatischer Investor will geplante Wolfram-Mine im Erzgebirge übernehmen

Datum23.04.2026 11:27

Quellewww.spiegel.de

TLDREin geplantes Wolfram-Bergwerk in Pöhla, Erzgebirge, soll von der SME an die Prime Group aus Singapur verkauft werden. Der Investor bietet 150 Millionen Euro, da SME finanzielle Schwierigkeiten hat. Der Verkauf bedarf der Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Bergwerk soll strategisch wichtiges Wolfram fördern, dessen Preise 2025 stark gestiegen waren. Anwohnerteils skepsis bezüglich Umweltbelastungen und ausländischer Kontrolle.

InhaltIn Pöhla im Erzgebirge soll das strategisch wichtige Metall Wolfram gefördert werden, doch das Geld wurde knapp. Nun will ein Investor aus Asien in das Bergwerk einsteigen. Ein in Pöhla im Erzgebirge geplantes neues Bergwerk zur Gewinnung von insbesondere Wolfram und Zinn soll in die Hände eines asiatischen Investors fallen. Die Saxony Minerals & Exploration AG (SME) habe das Geld dafür nicht auf anderem Wege auftreiben können, sagte Vorstand Rolf Staudenmaier der Nachrichtenagentur dpa. Deswegen solle die SME an die Prime Group aus Singapur verkauft werden. Als Preis seien 150 Millionen Euro vereinbart. Die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums steht allerdings noch aus. Gestiegene Rohstoffpreise und die Abhängigkeit Europas bei wichtigen Rohstoffen hatten zuletzt zu einem Run auf Lagerstätten in Sachsen geführt. Nach einem jahrelangen Niedergang des Erzbergbaus in Deutschland standen plötzlich mehrere Vorhaben zur Debatte. In Pöhla – einem Ortsteil von Schwarzenberg – erteilte das zuständige Oberbergamt 2024 die Genehmigung  für die Errichtung eines Bergwerks. Vor allem das extrem harte Metall Wolfram soll hier gefördert werden, das unter anderem im Maschinenbau oder in der Rüstungsindustrie dringend benötigt wird. Um an den strategisch wichtigen und auch knappen Rohstoff zu kommen, soll in Pöhla eine Rampe rund zwei Kilometer in den Berg getrieben werden. Die Rede ist von rund 400.000 Tonnen Erz, die hier jährlich gefördert werden sollen. Eigentlich sollte die Förderung 2027 beginnen. 2025 musste das Unternehmen seinen Gläubigern jedoch einen Aufschub abringen. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warnte vor dem "Risiko einer Zahlungsunfähigkeit der Emittentin in den kommenden Jahren". Die Anleihe wird derzeit weit unter dem Ausgabepreis gehandelt. Sie brachte dem Unternehmen auch nur gut sieben statt der erhofften bis zu 30 Millionen Euro ein. Auch der nun anstehende Verkauf wird vor Ort teilweise mit Skepsis beobachtet. Neue Bergbauprojekte in der Region böten Chancen, sagt Anja Storch, Vorsitzende der Bürgerinitiative Pöhlwassertal. Auf Anwohner könnten allerdings Umweltbelastungen zukommen. Storch fragte zudem, wie sinnvoll es sei, dass am Ende alles in ausländische Hände in Asien gerate, wo doch Deutschland und Europa von dort unabhängiger bei Rohstoffen werden wollen. "Wir haben einen Investor gesucht, um in den Berg gehen und die Rampe bauen zu können", erklärte SME-Vorstand Staudenmaier den nun geplanten Verkauf. Von dem Geld sollen die Aktionäre abgelöst und die Verbindlichkeiten wie die Unternehmensanleihe zurückgezahlt werden. Wann mit einem Bergwerksbetrieb gerechnet werden kann, kann aus Sicht des Oberbergamtes in Freiberg nicht abgeschätzt werden. Vielleicht wird es aber doch noch zeitnah etwas: Die Preise für Wolfram  waren laut Deutscher Rohstoffagentur 2025 auf neue Höchststände gestiegen.