Slowakei: Wieder Öl aus Russland – Blockade gegen EU-Sanktionen endet

Datum23.04.2026 11:11

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Slowakei erhält wieder russisches Öl über die Druschba-Pipeline durch die Ukraine, nachdem diese repariert wurde. Im Gegenzug hebt die Slowakei ihre Blockade gegen ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland auf. Dies ermöglicht ein EU-Finanzhilfepaket für die Ukraine. Die Slowakei ist stark von russischem Öl abhängig und hatte aufgrund dessen einen Notstand ausgerufen. Es gab Streitigkeiten über die tatsächliche Beschädigung der Pipeline.

InhaltDie Slowakei erhält wieder russisches Erdöl über die Druschba-Pipeline durch die Ukraine. Im Gegenzug kündigt das Land an, die Blockade gegen das EU-Sanktionspaket gegen Moskau aufzugeben. Nach drei Monaten Pause ist in der Nacht erstmals wieder Öl durch die Druschba-Pipeline in die Slowakei geflossen. Die Pipeline war am Dienstag freigegeben worden, ab 2 Uhr morgens slowakischer Ortszeit wurde wieder Erdöl transportiert. Das meldet die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakowa. "Die Lieferungen verlaufen derzeit planmäßig", schreibt Sakowa auf Facebook.  Die Entwicklung sollte ein umfangreiches Finanzhilfepaket der EU für die Ukraine sowie das 20. Sanktionspaket gegen Russland ermöglichen. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico kündigte an, dass im Falle von Öllieferungen die Blockaden aufgelöst werden. Das Land hatte gegen dieses Sanktionspaket zuvor ein Veto eingelegt. Dieses werde man aufgeben, sobald das Öl wieder fließe, hieß es aus Bratislava. Das Land ist weitestgehend von russischem Öl abhängig. Die durch die Ukraine führende Pipeline in Richtung Ungarn und der Slowakei war ukrainischen Angaben zufolge im Januar durch einen russischen Angriff beschädigt worden, seitdem floss kein Öl mehr. Im Februar rief die Regierung deshalb einen "Erdöl-Notstand" aus. Am Dienstag erklärte die Ukraine, dass die Pipeline wieder repariert sei. Um die Wiederinbetriebnahme hatte es auch zwischen der Ukraine und Ungarn heftigen Streit gegeben. Der slowakische Ministerpräsident Fico sowie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán äußerten Zweifel daran, dass die Pipeline tatsächlich jemals beschädigt gewesen sei. Pro Tag kann die Druschba-Leitung mehr als zwei Millionen Barrel (159 Liter pro Barrel) transportieren; 1,4 bis 1,6 Millionen Barrel davon gehen direkt in die Europäische Union, der Rest bleibt in Belarus. Eigentümer der Leitung ist der russische Pipeline-Monopolist Transneft. In Belarus wird die Pipeline geteilt, der größere nördliche Arm verläuft über Polen nach Deutschland. Der südliche Arm der Druschba-Pipeline führt nach Tschechien, in die Slowakei und nach Ungarn. Der Name der Pipeline "Druscha" heißt auf Deutsch übersetzt "Freundschaft".