Datum23.04.2026 09:56
Quellewww.zeit.de
TLDRDie ADAC-Pannenstatistik zeigt, dass Elektroautos zuverlässiger sind als Verbrenner, mit halb so vielen Pannen pro 1.000 Fahrzeuge. Dies liegt an weniger verschleißanfälligen Teilen im E-Antrieb. Allerdings treten bei E-Autos häufiger Probleme mit der Bordelektronik und der 12-Volt-Batterie auf, oft durch intensive Smartphone-Nutzung. Toyota-Modelle schneiden schlecht ab, während BMW i3 und Tesla Model 3 als sehr zuverlässig gelten. Die allgemeine Zuverlässigkeit von Autos hat sich verbessert.
InhaltDer ADAC hat seine jährliche Pannenstatistik veröffentlicht. Das Ergebnis: Elektroautos müssen deutlich seltener abgeschleppt werden als Verbrennermodelle. Elektroautos sind laut der neuen Pannenstatistik des ADAC deutlich zuverlässiger als Modelle mit Verbrennermotor. Von 1.000 Elektroautos, die im Jahr 2021 zugelassen wurden, hatten im vergangenen Jahr im Schnitt 6,5 Autos Probleme. Bei gleich alten Diesel- oder Benzinautos lag die Pannenquote bei 12,5 Fällen. Dieses Muster zeigt sich auch bei anderen Zulassungsjahren. Der Grund laut ADAC: Elektroautos haben viel weniger verschleißanfällige Teile. "Typische Fehlerquellen beim Verbrenner sind etwa Elemente des Antriebsstrangs oder das Kraftstoffsystem." Beim Elektroantrieb werden außerdem weniger bewegliche Teile verbaut, und er wird nicht so heiß wie ein Verbrenner. Bei E-Autos gibt es allerdings mehr Pannen wegen der Bordelektronik. Das liegt laut dem ADAC daran, "dass die 12-Volt-Batterie, die das Bordnetz versorgt, anfällig ist und oft schneller entladen wird". Ein weiterer Grund: die modernen Vernetzungsmöglichkeiten mit Smartphones. "Nutzer wecken ihre Fahrzeuge per App deutlich häufiger auf, als von den Herstellern vermutet", heißt es vom ADAC. Diese Startvorgänge würden die Batterie relativ stark belasten. Zuletzt ist der Absatz von E-Autos laut dem Verband ACEA in Europa deutlich angestiegen. Von Januar bis März wurden nach Angaben des Herstellerverbandes ACEA 547.000 Neuwagen mit Batterieantrieb registriert, ein Drittel mehr als im ersten Quartal 2025. Die Starterbatterie bleibt insgesamt Pannengrund Nummer eins. "Fast die Hälfte aller Fälle geht darauf zurück", heißt es in der Statistik des Automobilclubs. Auffallend schlecht schneiden dem ADAC zufolge Modelle von Toyota ab. Hier ist die Startbatterie oft defekt. Bei einem Elektromodell von Hyundai gibt es ebenfalls viele Probleme mit einem Bauteil der Stromversorgung. Beide Hersteller teilten dem ADAC mit, dass die Probleme bekannt seien und bereits durch Rückrufe oder Softwareupdates gelöst worden seien. Als besonders zuverlässig – unabhängig vom Zulassungsjahr – stuft der ADAC die Modelle BMW i3, das Tesla Model 3 sowie den Mini und den BMW X2 ein. Eine weitere Erkenntnis der ADAC-Pannenstatistik: Die Zuverlässigkeit von Autos hat sich generell verbessert. Ältere Modelle haben weniger Pannen im Vergleich zu vorherigen Pannenstatistiken. "Ein zehn Jahre altes Fahrzeug hatte im Jahr 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent – 2025 waren es nur noch 3,1 Prozent", stellte der ADAC fest. Dadurch, dass Autos aber älter werden, stieg die reine Zahl der Pannenhilfeeinsätze. Im vergangenen Jahr waren ADAC-Helfer fast 3,7 Millionen Mal im Einsatz.