Donald Trump: Ukraine schlug offenbar »Donnyland« als Name für umkämpften Donbass-Teil vor

Datum22.04.2026 14:55

Quellewww.spiegel.de

TLDRUkrainische Unterhändler schlugen angeblich den Namen "Donnyland" für einen umstrittenen Teil des Donbass vor, in Anspielung auf Donald Trump. Ziel war es, die Trump-Regierung zu härterem Vorgehen gegen Russland zu bewegen. Die Initiative blieb bisher erfolglos, und das Schicksal von "Donnyland" ist ein Streitpunkt. Es wird auch die Möglichkeit eines "Friedensrats" unter Trumps Beteiligung diskutiert. Ein Chatbot komponierte eine Hymne und entwarf eine Flagge für das scheinbare "Donnyland".

InhaltUkrainische Unterhändler sollen vorgeschlagen haben, einen umkämpften Teil des Donbass "Donnyland" zu nennen – eine Anspielung auf Trump. Der Versuch, ihn damit auf Kyjiws Seite zu ziehen, sei jedoch bisher erfolglos geblieben. Ukrainische Unterhändler haben in jüngsten Gesprächen über den Krieg mit Russland offenbar vorgeschlagen, einen umkämpften Teil der ostukrainischen Donbass-Region in "Donnyland" umzubenennen. Der Begriff sei in Verhandlungskreisen als Anspielung auf US-Präsident Donald Trump gefallen, erinnere zudem an "Disneyland". Das berichtet die "New York Times"  unter Berufung auf vier mit den Verhandlungen vertrauten, nicht namentlich zitierten Personen. Dem Bericht zufolge erwähnte ein ukrainischer Unterhändler den Begriff erstmals, teils im Scherz, im Rahmen eines Versuchs, die Trump-Regierung zu härterem Widerstand gegen russische Gebietsansprüche zu bewegen. Das schilderten drei mit den Gesprächen vertraute Personen der "New York Times". Dies spiegele eine "globale Realität" wider, in der Regierungen an Trumps "Eitelkeit" appellieren, um die Macht der USA auf ihre Seite zu ziehen, ordnet die US-Zeitung ein. Für die Ukraine habe sich die Initiative bislang noch nicht ausgezahlt, heißt es weiter. "Donnyland" sei jedoch in den Gesprächen weiter verwendet worden. Ob er in offiziellen Dokumenten festgehalten wurde, sei nicht bekannt. Die Unterhändler hätten zudem die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass Trumps umstrittener "Friedensrat" eine Rolle bei der Verwaltung des Gebiets übernehmen könnte. Weder Russland noch die Ukraine seien dem Gremium bislang beigetreten. Da Russland bislang keiner für die Ukraine akzeptablen Vereinbarung zugestimmt habe, sei das Schicksal von "Donnyland" zu einem der zentralen Streitpunkte der Verhandlungen geworden. Seit dem Treffen von Trump und Kremlchef Wladimir Putin in Alaska im August hat Washington nach Darstellung der "New York Times" mehrfach signalisiert, einen Deal mittragen zu können, bei dem sich die Ukraine bis zur Verwaltungsgrenze der Oblast Donezk zurückzieht – einer der beiden Provinzen im Donbass. Kritiker werteten ein solches Szenario als weitreichendes Entgegenkommen gegenüber Moskau. Wie es bei den Ukraineverhandlungen weitergeht, ist offen. Die wichtigsten US-Unterhändler, Steve Witkoff und Jared Kushner, seien in letzter Zeit auf den Irankrieg fokussiert gewesen, heißt es in dem Bericht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte zwar, er erwarte einen baldigen Besuch der beiden in der Ukraine. Andererseits habe eine Quelle der "New York Times" gesagt, dass die US-Unterhändler Fortschritte abwarten und auch Moskau besuchen wollen würden. Schließlich berichtet die "New York Times" über den Einfall eines ukrainischen Unterhändlers: Er habe von einem bekannten Chatbot eine Nationalhymne von "Donnyland" komponieren und eine Flagge in Grün und Gold erstellen lassen. Ob die US-Seite diese zu sehen bekommen habe, sei unklar.