Umstrittener Besuch: Laschet: Pahlavi ist relevanter Gesprächspartner

Datum23.04.2026 08:23

Quellewww.zeit.de

TLDRUnions-Außenpolitiker Armin Laschet verteidigt Gespräche mit iranischem Exilpolitiker Reza Pahlavi. Er bezeichnet Pahlavi als relevanten Gesprächspartner und mögliche Führungsfigur für einen Übergang im Iran. Laschet betont Pahlavis Distanz zur Monarchie seines Vaters und sieht ihn als vermittelnde Persönlichkeit. Pahlavi, der von monarchistischen Gruppen als Anführer der Opposition betrachtet wird, wird in Berlin empfangen, jedoch nicht von Regierungsmitgliedern. Die tatsächliche Unterstützung Pahlavis im Iran ist unklar und sein Besuch ist umstritten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umstrittener Besuch“. Lesen Sie jetzt „Laschet: Pahlavi ist relevanter Gesprächspartner“. Unions-Außenpolitiker Armin Laschet verteidigt die geplanten politischen Gespräche mit dem Schah-Sohn Reza Pahlavi in Berlin. "Er ist das einzige Oppositionsgesicht, das man kennt. Und für viele Iraner ist das halt die Alternative erst einmal zum Mullah-Regime", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". "Er selbst – ich habe ihn ja in München schon einmal getroffen – sieht sich so als Übergang, auch nicht als dauerhafter Herrscher, auch nicht als neuer Schah." Pahlavi sei einfach ein relevanter Gesprächspartner, der erzählen könne, wie die Lage im Iran sei. "Ich bin überzeugt, dass er eine Person sein kann, die einen Übergang leitet", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag. Pahlavi habe nichts mit der Monarchie seines Vaters zu tun. Das sei auch fast 40 Jahre her. "Er ist ein sehr abgewogener Mensch", lautet Laschets Urteil über Pahlavi.  Die Frage sei, "wenn das Regime wirklich stürzen würde – was ich im Moment schwieriger ansehe als zu Beginn des Jahres" –, wer den Übergang einleiten solle, sagte Laschet. Er glaube, es könnten sich viele auf den Schah-Sohn verständigen. Der iranische Exilpolitiker will am Vormittag in der Bundespressekonferenz über die aktuelle Lage im Iran sprechen. Treffen mit Regierungsmitgliedern sind nicht geplant. Zudem wird der 60-Jährige von Laschet und Außenpolitikern anderer Fraktionen empfangen. Monarchistische Gruppen sehen Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebt, als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt er im Land tatsächlich hat, gilt als unklar. Mit Beginn der Massenproteste im Iran im Januar forderte Pahlavi einen Machtwechsel und rief die iranischen Sicherheitskräfte zum Überlaufen auf. Für seine Unterstützung des Kriegs der USA und Israels, der auch die iranische Zivilbevölkerung trifft, geriet er in Teilen der iranischen Gesellschaft im In- und Ausland in die Kritik. In Berlin waren auch Demonstrationen für und gegen seinen Besuch angekündigt. © dpa-infocom, dpa:260423-930-981879/1