Datum23.04.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Esslingen wird heute ein Urteil im Fall eines Fahrers erwartet, der mutmaßlich eine Mutter und ihre zwei Söhne getötet haben soll. Der 55-Jährige soll eine rote Ampel missachtet und mit fast 100 km/h auf den Gehweg geraten sein. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft auf Bewährung, die Nebenklage mindestens drei Jahre ohne Bewährung. Der Mann hatte sich entschuldigt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mutter und zwei Söhne sterben“. Lesen Sie jetzt „Urteil erwartet: Muss der Todesfahrer von Esslingen in Haft?“. Er soll mit seinem Auto bei einem Unfall eine Mutter und ihre beiden Söhne getötet haben: Heute wird vor dem Amtsgericht Esslingen das Urteil gegen den 55 Jahre alten Fahrer des Wagens erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem fahrlässige Tötung in drei Fällen vor. Er soll laut Anklage Ende Oktober 2024 beim Heranfahren an eine rote Ampel in Esslingen das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und dann sein Fahrzeug mit fast 100 Kilometern pro Stunde auf den Gehweg gelenkt haben. Dort erfasste das Fahrzeug eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Alle drei starben noch am Unfallort. Der Fahrer eines anderen Autos wurde leicht verletzt. Der Unfallfahrer hatte sich bei den Angehörigen der Opfer am ersten Verhandlungstag entschuldigt. Was geschehen sei, habe auf unvorstellbare Art Leben zerstört und Familien in tiefste Trauer gestürzt, ließ der 55-Jährige über seinen Verteidiger ausrichten. Das Geschehen und dessen furchtbare Folgen täten ihm von Herzen leid. "Mir ist bewusst, dass nichts, was ich sage, den Verlust lindern kann." Ansonsten habe sich der Angeklagte weder zur Sache noch zur Person geäußert, sagte ein Gerichtssprecher. Sollte der Mann wegen fahrlässiger Tötung verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch verlangt. Die Angehörigen der Opfer, die in dem Verfahren als Nebenkläger auftreten, forderten über ihre Anwälte eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren, die dann nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der Fall hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und in der Stadt nahe Stuttgart eine große Anteilnahme ausgelöst. Eine Woche nach dem Unfall hatten Hunderte Trauernde an einem Trauermarsch teilgenommen. Sie zogen von einer Kirche zum Unfallort und legten dort Kerzen, Blumen und Teddybären ab. © dpa-infocom, dpa:260423-930-981224/1