Wirtschaftsstandort: »Es kann nicht so bleiben, wie es ist«

Datum23.04.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRWirtschaftsverbände fordern von der neuen Landesregierung in Rheinland-Pfalz dringend Maßnahmen zur Verbesserung des Wirtschaftsstandorts. Präsident Heger betont, dass es keinen Stillstand geben darf und appelliert an die Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD. Konkret werden die Abschaffung oder Nachbesserung des als wirtschaftsfeindlich kritisierten Klimaschutzgesetzes, eine Abkehr vom Tariftreuegesetz und eine effektivere Kommunalstruktur gefordert. Auch eine Neugestaltung der Ministerien mit engerer Verbindung von Wirtschafts- und Umweltpolitik wird angeregt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wirtschaftsstandort“. Lesen Sie jetzt „"Es kann nicht so bleiben, wie es ist"“. Die künftige Landesregierung in Rheinland-Pfalz wird nach Ansicht der Wirtschaft von Anfang an unter Druck stehen, bessere Bedingungen für Unternehmen zu schaffen. "Es muss etwas passieren, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben, Unternehmen am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz festhalten und nicht abwandern", sagte der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmerverbände (LVU), Johannes Heger.  "Rheinland-Pfalz muss die PS auf die Straße bringen. Ein Weiter-so mit Minimalkompromissen darf es nicht geben", mahnte Heger im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz und knüpfte große Erwartungen an die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD.  "Wir kennen die Leute in der SPD sehr gut und haben auch gute Kontakte zur CDU." Die Christdemokraten würden frische Ideen in das neue Regierungsbündnis bringen. Zudem zeigte sich der LVU-Präsident sicher, dass auch die SPD ohne die Koalitionszwänge innerhalb des Ampelbündnisses mit Grünen und FDP wirtschaftsfreundlicher agieren wird.  Als Beispiel nannte Heger das Klimaschutzgesetz, dass die Unternehmer als wirtschaftsfeindlich ablehnen. Ideal wäre dessen Abschaffung, auch wenn dies nicht einfach sei, sagte er. Zumindest gehe es aber um neue Berechnungsgrundlagen und veränderte Fristen. Das Landesgesetz sieht die Treibhausgasneutralität schon 2040 und damit fünf Jahre früher als im Bund vor.  Heger forderte von der künftigen großen Koalition eine Abkehr vom strittigen Tariftreuegesetz und echte Lösungen bei der Kommunalreform. Rheinland-Pfalz habe bundesweit mit Abstand den größten Anteil an eigenständigen Gemeinden. "Ein Bundesland kann man nicht führen wie ein Unternehmen." Auf kommunaler Ebene seien aber deutlich effektivere Strukturen und straffere Entscheidungskompetenzen gerade bei Genehmigungsverfahren nötig. "Es kann nicht so bleiben, wie es ist."  Der Präsident der Landesvereinigung der Unternehmerverbände sprach sich zudem für einen neuen Zuschnitt von Ministerien in der künftigen Landesregierung aus. Sinnvoll wäre, dass im Wirtschaftsministerium das Themenfeld Mobilität angesiedelt ist, sagte Heger. Zugleich plädierte er für eine engere Verzahnung von Wirtschafts- und Umweltpolitik. © dpa-infocom, dpa:260423-930-981258/1